07.05.2020 17:00 |

Grausame Natur

Qualle nutzt eigenen Nachwuchs in Krise als Futter

Die Natur kann manchmal ganz schön grausam sein! Forscher haben herausgefunden, dass eine Quallenart, die auch europäische Gewässer erobert hat, ihren eigenen Nachwuchs verzehrt. Die erwachsenen Expemplare nutzen Jungtiere in rauen Zeiten, um das fehlende Nahrungsangebot zu überbrücken. Es klingt zwar paradox, aber genau diese Taktik soll ihnen bei der Besiedlung neuer Lebensräume helfen.

Forscher der süddänischen Universität in Odense und des Jenaer Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte untersuchten das Verhalten der Rippenqualle und machten dabei eine erstaunliche Entdeckung. Gibt es zu wenig Futter, schrecken die Meeresbewohner nicht davor zurück, den eigenen Nachwuchs zu essen. Dies ermögliche den ausgewachsenen Tieren, Zeiten mit geringem Nahrungsangebot zu überstehen und sich damit weiter auszubreiten, als dies etwa die klimatischen Bedingungen normalerweise erlaubten, erklärte Co-Autor Thomas Larsen.

Tiere legen sich für Winter keine Futterquellen an
Für die Studie sammelte das Team Rippenquallen vor der norddeutschen Ostseeküste. Die von den Ostküstengebieten Nord- und Südamerikas stammende Art lebt inzwischen auch in der Nordsee und im Mittelmeer. Die Ursache ihres Erfolgs bei der Ausbreitung bis in eurasische Küstengewässer war den Forschern zufolge bisher unbekannt. Fraglich war unter anderem gewesen, warum die Quallen vor dem Einbruch des Winters keine Ressourcen speichern, sondern sich vermehrt fortpflanzen. Da Quallen entwicklungsgeschichtlich zu den frühesten Lebewesen zählen, unterstreicht diese Studie die Annahme, dass Kannibalismus im Tierreich allgegenwärtig ist.

Invasive Tierarten wie die Rippenqualle können in fremden Ökosystemen größere Schäden anrichten. Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse Regierungen wie Umweltschützern dabei helfen können, die Ausbreitung der Quallen einzudämmen.

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