06.05.2020 18:00 |

Rote Einigkeit

Spitzenfunktionäre machen Parteichefin die Mauer

Wie sehen steirische SPÖ-Spitzenfunktionäre das Ergebnis von Pamela Rendi-Wagner? Wir haben SPÖ-Chef Anton Lang, Ex-Minister Jörg Leichtfried und den roten „Rebell“ Max Lercher befragt.

Alles eitel Wonne in der steirischen SPÖ nach den 71 Prozent für Parteichefin Pamela Rendi-Wagner? Die Parteispitze rund um Vize-LH Anton Lang und Landesgeschäftsführer Günter Pirker jedenfalls gibt eine entsprechende Order an ihre Funktionäre aus: „Sämtliche Personaldebatten sind nun zu beenden!“ 

Appell von oben
Ob der Appell von ganz oben die Basis ruhigstellt? Dort brodelt es nämlich noch immer, wie man erfährt. Hinter vorgehaltener Hand zweifeln einige Parteigänger sogar das Ergebnis der Befragung an. Ein Funktionär sagt zur „Steirerkrone“: „Wir haben keinen Einblick, wie ausgezählt wurde. Da kann Nordkorea noch etwas lernen.“ Die vorläufige Ruhe könnte daher eine oberflächliche sein.

Anton Lang: „Hinter Chefin stehen!“
Als Chef der steirischen Roten war Anton Lang beim Parteivorstand in Wien - und fuhr zufrieden zurück in die Heimat: „Die Beteiligung von über 40 Prozent hat mich positiv überrascht. Und umso beeindruckender ist auch das Ergebnis unserer Vorsitzenden“. Er hätte es persönlich nicht für notwendig gehalten, dass sich Rendi-Wagner einem Mitgliedsvotum stellt - ihre Wahl zur SPÖ-Chefin mit knapp 98 Prozent im Jahr 2018 war ohnehin aussagekräftig genug. „Die Debatte um einen Wechsel an der Spitze ist jetzt zu beenden. Ich wünsche mir, dass jetzt alle hinter Pamela Rendi-Wagner stehen“. Es gäbe nun Wichtigeres, wie den Kampf gegen die Corona-Krise.

Max Lercher: „Wir haben jetzt Klarheit erhalten“
Abgeordneter Max Lercher, den Pamela Rendi-Wagner vor eineinhalb Jahren als Bundesgeschäftsführer ausgetauscht hat, kommentiert die Befragung so: „Ich habe immer gesagt, dass wir schnell Klarheit brauchen. Die haben wir jetzt. Ab heute geht es um einen anderen Prozentsatz, nämlich den der Arbeitslosigkeit“. Die „Helden des Alltags“ müssten mehr Anerkennung, die Leistungsträger schnell ihre Jobs zurückerhalten, so Lercher. Die SPÖ sei gegründet worden, um auf die Menschen zu schauen, und nicht, um sich mit sich selbst zu beschäftigen: „Niemanden interessiert jetzt mehr eine interne Diskussion!“

Jörg Leichtfried: "Personaldebatte ist jetzt beendet"
Für Ex-Minister Jörg Leichtfried, aus Bruck an der Mur ist das Ergebnis für „seine“ Parteichefin „erfreulich“. Die 71 Prozent hat sie auch ihm zu verdanken, da er als „Troubleshooter“ die taumelnde Partei wieder in den Griff bekam und intern hochschlagende Wellen glätten konnte. Leichtfried hält damit die Personaldebatte für „beendet“, jetzt müsse sich die SPÖ wieder den „wirklich wichtigen Themen“ zuwenden und „vorwärts schauen“: „Wir Sozialdemokraten müssen alles daran setzen, jenen Menschen zu helfen, die durch die Coronakrise massive Probleme bekommen haben: Wir brauchen ein Beschäftigungspaket, eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes - und es gilt, für eine freie Gesellschaft zu kämpfen.“

Jörg Schwaiger
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Gerald Schwaiger
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