27.04.2020 05:34 |

Trotz Corona

Videotelefonie bringt Familie ins Heim

Schon seit Wochen müssen Bewohner von Alten- und Pflegeheimen auf Besuche ihrer Liebsten verzichten. Technik verschafft vielen trotzdem Kontakt.

Das Leben in der Isolation bringt viele Menschen an ihre Grenzen. Die durch das Virus bedingten Einschränkungen haben auch die Heime in Kärnten voll getroffen, wo Tausende Alte und Pflegebedürftige betreut werden. Um sie vor einer möglichen Infektion zu bewahren, muss ihr Lebensraum völlig von der Außenwelt abgeschottet werden. Das bedeutet: Die Frauen und Männer müssen auf Besuche von Familienangehörigen und Bekannten verzichten – und das seit Anfang März.

Deshalb sind die Mitarbeiter in den Heimen rund um die Uhr bemüht, ihnen die Situation möglichst erträglich zu machen. Zu ihnen zählt auch die Pflegeassistentin Monika Kall. Die 53-Jährige ist im Haus Maria Gail der Diakonie beschäftigt. Seit Ausbruch der Pandemie gibt es dort Zwölf-Stunden-Dienste in Dreierteams. „Wir sind es gewohnt, in einem Umfeld mit Keimen zu arbeiten. Aber der momentane Aufwand zum Schutz unserer Bewohner ist doch deutlich größer“, erzählt Kall. Handschuhe und Mundschutz, Schutzkleidung, Desinfektionsflaschen – viele der Betreuten verstünden gar nicht, was um sie herum passiert. Deshalb werde mit ihnen bei jeder Gelegenheit darüber geredet, ob beim Waschen, Anziehen oder Blutdruckmessen.

Tränenreiche Telefonate
Damit die Sehnsucht ihrer Schützlinge nach deren Angehörigen nicht allzu groß wird, haben sich die Mitarbeiter des Diakonie-Hauses etwas einfallen lassen. Sie holen die Familien mittels Handy ins Heim – und zwar dank Videotelefonie. Kall: „Wir rufen zu Hause an, damit die Bewohner mit ihren Liebsten sprechen und sie dabei auch sehen können. Bei solchen Telefonaten kullern meistens Tränen, hier bei uns, aber auch zu Hause bei Söhnen, Töchtern und Enkelkindern.“

Dieser Kontakt sei in dieser Zeit äußerst wichtig für die Bewohner, auch wenn einige von ihnen nur noch in der Lage seien, sich mittels Handzeichen zu verständigen.

Gerlinde Schager, Kärntner Krone

 Kärntner Krone
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