02.04.2020 05:30 |

Auf Familie vergessen

Angehörige erst nach Wochen über Tod informiert

Insgesamt sechs Wochen dauerte es, bis eine Kärntner Familie darüber informiert wurde, dass ihr Angehöriger, ein gebürtiger Heiligenbluter, in Wien verstorben war. Erst ein Notar hat Schwester und Söhne informiert - doch da war der 55-Jährige bereits längst beerdigt.

„Ich möchte nicht, dass in Zukunft auch andere so eine Situation erleben müssen, dass sie erst nach sechs Wochen vom Tod eines Angehörigen erfahren“, zeigt sich Anita P. aus Heiligenblut verärgert: „Wir konnten nicht einmal den letzten Wunsch meines Bruders, eine Feuerbestattung, erfüllen.“

„Ich traute meinen Ohren nicht“
Ihr Bruder Andreas wuchs in Heiligenblut auf, wanderte nach Wien aus. Nach seiner Scheidung zog er sich zurück und lebte allein. „Wir hatten immer wieder telefonisch Kontakt“, so die Heiligenbluterin: „Als wir im Jänner durch einen Notar informiert wurden, dass Andreas im Dezember verstorben ist, traute ich meinen Ohren nicht. Mein Bruder hatte einen Herzinfarkt erlitten. Als er von einem Nachbarn entdeckt wurde, war er bereits tot.“ Polizei und Magistrat wurden verständigt, doch keine Behörde informierte die Familie des 55-Jährigen.

„Es ist unzulässig, zum Zwecke der Durchführung einer Verständigung Wohnungen auf Hinweise nach allfälligen Verwandten zu durchsuchen, zumal es sich hier auch um einen natürlichen Tod handelte“, heißt es seitens der Polizei Wien.

Alex Schwab
Alex Schwab
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