28.03.2020 12:00 |

Schulterschluss

Soforthilfe für Firmen und Arbeitnehmer

Landesregierung, Sozialpartner sowie die heimischen Banken wollen in der Coronakrise gemeinsam an einem Strang ziehen. Am Freitag wurden die Details zu den diversen Förderungen vorgestellt.

Wer schnell hilft, hilft doppelt, heißt es bekanntlich. Diesem Leitsatz folgen derzeit auch Landesregierung, Sozialpartner und Regionalbanken. Gestern haben sie gemeinsam ein Unterstützungspaket für alle jene, die von der Corona-Krise betroffen sind, vorgestellt. Ziel war es, dass durchaus üppige Förderprogramm des Bundes sinnvoll zu ergänzen. Dass sich alle beteiligten Institutionen so rasch auf einen gemeinsamen Nenner geeinigt haben, rang Landeshauptmann Markus Wallner ein großes Lob ab: „Der Zusammenhalt insbesondere auch der Sozialpartner könnte stärker nicht sein. Uns alle eint das gemeinsame Ziel, dass niemand im Land - weder Unternehmer noch Mitarbeiter - durch diese Krise seine Existenz verliert.“

Soforthilfefonds als Kernstück

Kernstück der gemeinsamen Anstrengungen ist ein Soforthilfefonds, der mit gut 12 Millionen Euro gespeist ist - sechs Millionen Euro kommen vom Land, fünf Millionen von der Arbeiterkammer, den Rest steuert die Wirtschaftskammer bei. Dieser Fonds wurde eingerichtet, um rasch und unbürokratisch in Härtefällen Direktmittel zur Verfügung zu stellen. Wichtig: Unternehmen können Mittel aus dem Soforthilfefonds erst dann bei der Vorarlberger Wirtschaftskammer beantragen, wenn die Bundeshilfe aus dem sogenannten „Härtefonds“ unzureichend sein sollte, Doppelförderungen wird es also keine geben.

Die Soforthilfe des Landes soll allerdings auch jenen Arbeitnehmern zukommen, die aufgrund der Corona-Krise mit existenziellen Nöten zu kämpfen haben. Die Unterstützungsleistung ist für Einzelpersonen auf 250 Euro im Monat gedeckelt und kann maximal für drei Monate in Anspruch genommen werden. Für Paare können bis zu 350 Euro pro Monat zur Auszahlung kommen, für jedes im gemeinsamen Haushalt lebende Kind gibt’s noch einmal 50 Euro dazu. In den Genuss der Förderung kommt nur, wer ab dem 15. März Einkommenseinbußen zu verzeichnen hat. „Was davor war, ist für den Soforthilfefonds nicht ausschlaggebend“, stellte AK-Präsident Hubert Hämmerle klar.

Neben dem Soforthilfefonds hält das Land weitere acht Millionen Euro für allfällige Haftungen bereit - diesbezüglich müssen die genauen Richtlinien noch ausgearbeitet werden, man stehe aber kurz vor dem Vollzug, so Wallner. Viel hängt in der derzeitigen Situation von der Kulanz der heimischen Banken ab. Man sei sich der Verantwortung voll und ganz bewusst, unterstrich Bankensprecher Wilfried Hopfner und würde dieser auch durch Taten gerecht werden: „Aktuell werden in großem Stil und Ausmaß Kreditraten gestundet - das gilt für Unternehmen wie auch für private Wohnbaukredite.“

Kurzarbeitszeitmodell statt Kündigungen

Neben der Sicherung der Liquidität ist derzeit vor allem eines wichtig: Es gilt, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Aus diesem Grund appellierten das Land und die Sozialpartner einmal mehr an alle gebeutelten Unternehmen, unbedingt das Corona-Kurzarbeitszeitmodell in Anspruch zu nehmen und von Kündigungen abzusehen. Erfreulicherweise scheint dieser Aufruf bei den Wirtschaftstreibenden Gehör zu finden. „Bis gestern wurden bereits 683 Anträge bearbeitet, 700 sind noch ausständig“, ließ ÖGB-Chef Reinhard Stemmer wissen.

Wer auf Kurzarbeit setzt, darf auch mit der Unterstützung der Geldinstitute rechnen: „Bei einem positiven Bescheid gibt’s von der Hausbank das entsprechende Geld zur Überbrückung und zur Sicherstellung der Liquidität“, unterstrich Hopfner. Es ist davon auszugehen, dass noch viele Betriebe darauf zurückgreifen werden: Laut einer Blitzumfrage der Industriellenvereinigung ist für zwei Drittel der Vorarlberger Unternehmen Kurzarbeit „ein Thema“. Fakt ist aber auch: Derzeit halten immerhin noch drei Viertel aller Betriebe trotz der Umstände die Produktion aufrecht.

Emanuel Walser
Emanuel Walser
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Montag, 25. Mai 2020
Wetter Symbol
Vorarlberg Wetter
8° / 16°
wolkig
8° / 19°
wolkig
9° / 20°
wolkig
9° / 20°
wolkig

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.