20.03.2020 08:00 |

Theater

Die Krise auch als Chance sehen

Auch das Vorarlberger aktionstheater ensemble musste seine Probenarbeit beenden. Regisseur Martin Gruber macht trotzdem Hoffnung und stellt die Frage: Auf was kommt es uns wirklich an?

Die Krise rund um das Coronavirus hat die Theaterszene mit voller Härte getroffen. Keine Vorstellungen mehr, keine Probenarbeit. Und keine Aussicht auf baldige Besserung. Auch das aktionstheater ensemble, das regelmäßig für umjubelte Theaterabende sorgt, steht derzeit still. Nun ja, nicht ganz, denn Regisseur Martin Gruber und Dramaturg Martin Ojster haben sich dazu entschlossen, ihre Theaterstücke ins Netz zu stellen, was von beachtlich vielen Menschen genutzt wird. „Es ist nett, wenn wir Nachrichten bekommen, dass sich die Leute extra hübsch anziehen und dann allein Zuhause am Computer unsere Stücke sehen“, erzählt Martin Gruber, der sich nicht entmutigen lässt.

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Die Medien tragen nun die Verantwortung, auch positive Perspektiven zu transportieren. Gerade älteren Menschen, die nun alleine in ihren Wohnungen sitzen, tut es gut, wenn sie nicht nur lesen, wie schlimm alles ist.

Regisseur Martin Gruber

Wenn es dann irgendwann wieder unter normalen Umständen weitergeht, werden Gruber und Ojster jedenfalls sicherlich kein „Romeo und Julia mit der Schutzmaske“ auf die Bühne bringen. Die Kunst, so Gruber, müsse sich vielmehr fragen, was das alles nun eigentlich bedeutet. Die Frage „Wo stehen wir jetzt“ sollte als Chance begriffen werden. Jetzt könnte es zu einem Paradigmenwechsel kommen, zu einem gesellschaftlichen Wandel, meint der Regisseur. „Entweder es schlägt nun die Stunde der Gier, der Spekulanten - oder die des Miteinanders.“

Medien-Verantwortung

Überhaupt will sich Gruber stärker auf die Chancen durch die Krise konzentrieren. Und das Negative nicht überhandnehmen lassen. An die Medien appelliert er, auch die positiven Perspektiven zu transportieren. „Ältere Menschen, die nun allein in ihren Wohnungen sitzen müssen, sollten nicht ausschließlich mit Horrormeldungen überschüttet werden. Das ist eine Verantwortung der Medien gegenüber der Bevölkerung“.

Auch für sich sieht Gruber die Krise als Chance, wieder zu sich zu kommen und sich zu fragen: Worum geht es wirklich? Vielleicht nicht die schlechteste aller Fragen für eine Welt, die im Normalbetrieb bereits superüberhitzt gelaufen ist und nun zum Innehalten gezwungen wird. Was den Weiterbetrieb des aktionstheaters betrifft, übt sich Gruber in Gelassenheit. „Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere neue Produktion trotzdem auf den Weg bringen. Wir vertrauen unseren Geldgebern.“

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Diese Krise durch das Coronavirus trifft die Großen wie die Kleinen. Wir werden uns jedenfalls kulant verhalten.

Kulturamtsleiter Winfried Nussbaumer

Auf die Situation der Kulturtreibenden angesprochen, versichert Landes-Kulturamtsleiter Winfried Nußbaummüller: „Wir werden uns kulant verhalten.“

Angelika Drnek
Angelika Drnek
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