Keine Abriegelung

Hacker: „Lockdown“ von Wien „denkunmöglich“

Wien
12.03.2020 22:23

Eine völlige Abschottung von Wien wegen der Coronavirus-Pandemie kann sich der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) nicht vorstellen. „Ein Lockdown von Wien ist denkunmöglich“, weil dadurch in einer Zwei-Millionen-Stadt so viele Probleme entstünden, dass die Folgen von Sars-CoV-2 noch in den Hintergrund rücken würden, sagte er in der ORF-Sendung „Wien heute“. Ein „Lockdown“ oder „Clampdown“ ist ein Notfallprotokoll, das verhindern soll, dass Personen oder Informationen einen Bereich verlassen. Ausgangssperren oder großflächige Schließungen von Lokalen erteilte Hacker ebenso eine klare Absage.

Derzeit sei in Wien bei den Fallzahlen ein rasanter Aufstieg nach oben zu sehen. Noch sei unklar, wann ein Höhepunkt erreicht werde bzw. wie hoch die Zahlen gehen werden, sagte Hacker. „Wir sind in der Phase noch weit davor“, meinte der Stadtrat. „Wir sind noch immer am Beginn einer epidemischen Ausbreitung.“

Der Pavillon C, 4. Medizinische Abteilung mit Infektions- und Tropenmedizin im Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien (Bild: APA/HERBERT-PFARRHOFER)
Der Pavillon C, 4. Medizinische Abteilung mit Infektions- und Tropenmedizin im Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien

„Wir sind bereit für eine große Ausbreitung“
An den Beispielen aus China und Italien habe man die Lehre gezogen, dass doch ein beträchtlicher Teil der Patienten eine Behandlung im Spital brauche, „und darauf haben wir uns vorbereitet“, betonte Hacker. „Wir sind vorbereitet für eine sehr, sehr große Ausbreitung in Wien.“

In der „ZiB 2“ am Donnerstagabend konkretisierte Hacker, es sei schon seit sechs Wochen ein Krisenstab am Arbeiten, der „verschiedene Szenarien durchspielt“. „Wir haben bereits seit zwei Wochen einen Plan fertig, um in den eigenen Spitälern 500 und in den Privatspitälern 200 zusätzliche Betten freizumachen.“ Weitere Maßnahmen seien das Besuchsverbot sowie die Verschiebung planbarer Operationen auf einen späteren Zeitpunkt.

Das Betreuungszentrum der Stadt Wien für positiv getestete Coronavirus-Patienten in einem Pavillon des ehemaligen Geriatriezentrums „Am Wienerwald“ (Bild: APA/HANS PUNZ)
Das Betreuungszentrum der Stadt Wien für positiv getestete Coronavirus-Patienten in einem Pavillon des ehemaligen Geriatriezentrums „Am Wienerwald“

„Ausgangssperren sind undenkbar“
Großflächige Sperren von Lokalen sieht Hacker als nicht notwenig an: „Es gibt keinen Grund, die Stadt völlig zu schließen. Aber wir brauchen eine breite Bevölkerungswahrnehmung des Problems und eine Veränderung des sozialen Lebens.“ Ausgangssperren, wie sie gerüchteweise in den sozialen Netzwerken kolportiert werden, erteilt Hacker einen klare Absage: „So etwas ist absolut undenkbar und bringt uns auch nicht weiter.“

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Ausgangssperren sind undenkbar und bringen uns nicht weiter.

Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker

Am Donnerstag war in Wien erstmals ein Covid-19-Patient verstorben. Der 69-jährige Mann hatte sich in Italien aufgehalten und an Vorerkrankungen gelitten, berichtete der medizinische Krisenstab der Stadt. Bis Donnerstagnachmittag stieg die Zahl der österreichweit bestätigten Fälle auf 361, die meisten gab es mit 109 in Tirol.

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