12.03.2020 14:00 |

Viele Vorerkrankungen

Erster Corona-Todesfall in Österreich

Das Coronavirus hat sein erstes Todesopfer in Österreich gefordert. Es handelt sich um einen 69-jährigen Wiener, der unter Vorerkrankungen litt und sich kürzlich in Italien aufgehalten hatte. Der Mann starb in der Nacht auf Donnerstag im Kaiser-Franz-Josef-Spital letztlich an Multiorganversagen.

Christoph Wenisch, Leiter der 4. Medizinischen Abteilung für Infektiologie und Tropenmedizin am Kaiser-Franz-Josef-Spital und behandelnder Arzt des 69-Jährigen, erklärte am Donnerstagnachmittag, dass der Verstorbene im Vormonat mit seiner Familie nach Italien gereist war. Dort habe er sich mit dem Coronavirus infiziert.

Zustand verschlechterte sich rasch
Nach seiner Rückkehr habe sich der Zustand des Mannes, der vor der Erkrankung laut dem Arzt „fit“ war, rasch verschlechtert, weshalb er auf der Intensivstation behandelt worden sei. Der Wiener litt unter mehreren Vorerkrankungen - darunter eine Zucker-, chronische Darm- sowie Kreislauferkrankung. Er sei daraufhin einem Multiorganversagen erlegen.

Zuletzt sei der 69-Jährige sogar virenfrei gewesen. „Ein Nachweis war nicht mehr möglich“, so Wenisch. Allerdings habe das Virus zuvor schon zu großen Schaden angerichtet, betonte der Leiter der Infektionsabteilung im KFJ-Spital. „Der Schaden war gesetzt und konnte nicht mehr repariert werden.“

Derzeit befinden sich im Kaiser-Franz-Josef-Spital drei Corona-Patienten auf der Intensivstation, diese seien allesamt stabil. Vier mit dem Virus Infizierte sowie drei Verdachtsfälle werden auf der Normalstation behandelt. Das Spital habe derzeit noch ausreichend Kapazitäten, so der Mediziner.

Weitere Todesfälle „absehbar“
Der Mediziner meinte angesichts der prognostizierten Ausbreitungsrate, dass weitere Todesfälle in Österreich wohl „absehbar“ wären. Zugleich verwies er aber auch darauf, dass die Ausgangslage in Österreich eine deutlich bessere sei als in Italien: „Wir haben die Ausbreitung früher erkannt und wir haben bessere Diagnosesysteme.“

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, wird es in den Wiener Spitälern zu Einschränkungen kommen. Krankenbesuche werden bis auf Weiteres untersagt. Um diese Maßnahme durchzusetzen, werden in allen Häusern Eingangskontrollen durchgeführt, gab Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Donnerstag bekannt.

Operationen werden verschoben
Weiters werden alle verschiebbaren Operationen bis auf ein absolutes Minimum auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. „Wir bitten die Wiener Bevölkerung um Verständnis, aber wir müssen unsere Ressourcen und unser Personal im zentralen Bereich der Gesundheitsversorgung - den Spitälern - schützen und schonen. Absolut keinen Einschränkungen unterliegen Akutbehandlungen bzw. -operationen“, so Hacker. Der Wiener Gesundheitsstadtrat kündigt weitere Maßnahmen an, die bereits in Vorbereitung seien.

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