PD-Chef infiziert

Corona: Italien rief Ärzte aus Ruhestand zurück

Ausland
07.03.2020 14:46

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus hat die italienische Regierung Ärzte aus dem Ruhestand zurückgerufen. Die Regierung begann am Samstag landesweit, Ruheständler zu reaktivieren. Diese Maßnahme ist Teil eines neuen Notprogramms, das bei einer bis in die Nacht dauernden Krisensitzung des Kabinetts beschlossen wurde. Unterdessen gab der Vorsitzende der in Italien mitregierenden Sozialdemokraten, Nicola Zingaretti, bekannt, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben. „Auch ich habe das Coronavirus“, sagt der Chef des Partito Democratico (PD) in einem auf Facebook verbreiteten Video. Er habe sich zu Hause selbst unter Quarantäne gestellt.

Alle Personen, mit denen er in den vergangenen Tagen Kontakt gehabt habe, seien informiert worden, damit sie sich untersuchen lassen, sagte Zingaretti. Es gehe ihm gut. 

Rund 200 Tote durch Covid-19 in Italien
Italien ist in Europa das Land mit den meisten Fällen. Bis Freitag waren 4636 Infektionen bekannt, 197 Menschen starben an der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit. Nun sollen auch 20.000 neue Kräfte für das Gesundheitssystem eingestellt werden. Dabei soll es sich um 5000 spezialisierte Ärzte sowie 15.000 Krankenpflegekräfte und weitere Helfer handeln.

Nach den Beschlüssen des Kabinetts soll in den kommenden Tagen zudem die Zahl der Betten in den Intensivstationen von 5000 auf 7500 erhöht werden. Derzeit befinden sich wegen der Lungenkrankheit Covid-19 in Italien 462 Menschen auf Intensivstationen.

Das Rote Kreuz in Rom übt für den Ernstfall. (Bild: AP)
Das Rote Kreuz in Rom übt für den Ernstfall.

Schulen und Universitäten bis Mitte März geschlossen
Im Kampf gegen die Epidemie hat die Regierung bereits mehrere drakonische Maßnahmen ergriffen. Unter anderem bleiben die Schulen und Universitäten des Landes bis Mitte März geschlossen. Nun erwägt Italien noch drastischere Maßnahmen: Zwei Wochen nach Inkrafttreten der Quarantäne für elf Gemeinden der Lombardei und Venetiens, in denen der Infektionsherd lokalisiert wurde, prüft die Regierung, ob diese für 50.000 Personen ausgedehnt werden soll.

Leben in betroffenen Regionen kam de facto zum Erliegen
Die Corona-Krise hat das Leben in den betroffenen Regionen de facto zum Erliegen gebracht. Der Tourismus, eine der wichtigsten Einnahmequellen, ist landesweit massiv zurückgegangen. Experten befürchten deshalb einen Sturz in die Rezession.

Vatikan verlegt Angelus und Papst-Audienzen
Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird Papst Franziskus das nächste Angelus-Gebet nicht am Fenster vor den Menschen direkt sprechen. Das traditionelle Gebet am Sonntagmittag soll stattdessen per Video live aus dem Papstpalast übertragen werden. Es werde zudem auf Bildschirmen auf dem Petersplatz zu sehen sein. Die nächste Generalaudienz am Mittwoch solle ebenfalls auf ähnliche Weise verändert werden. Es gehe darum, die Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit Covid-19 zu bremsen und die Sicherheit zu erhöhen. Große Menschenansammlungen gelten aber als Risiko für eine Ansteckung.

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