25.02.2020 14:15 |

Kontakte gesucht

Coronavirus in Tirol: „Das Erwartbare eingetreten“

Nachdem die ersten beiden Coronavirus-Fälle in Innsbruck bestätigt worden sind, gilt es nun, so schnell wie möglich alle Kontaktpersonen zu identifizieren, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Die beiden Patienten wurden indes in der Innsbrucker Klinik isoliert.

„Es ist das Erwartbare eingetreten“, sagte Reinhild Strauß, Leiterin der Abteilung Öffentlicher Gesundheitsdienst im Gesundheitsministerium. Die jetzt anlaufenden Prozedere seien etabliert. „Nun wird versucht, alle Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Sie werden auch untersucht und bei Symptomen getestet. Eventuell entscheidet man auch, gleich Tests durchzuführen, ohne dass Symptome vorliegen“, erläuterte die Medizinerin. Menschen, bei denen der Verdacht auf eine Ansteckung vorliegt, werden vorsorglich unter Quarantäne gestellt, Kranke auf eine Isolierstation gebracht.

Patient 0 in Bayern schnell identifiziert
Beim Auftreten von SARS-CoV-2 in Bayern im Jänner lief das alles nach Plan
, ganz anders beim aktuellen Ausbruch in Norditalien mit immer mehr Infizierten. „Das liegt daran, dass in Bayern der ,Patient 0‘ schnell klar war. Kontaktpersonen waren dadurch leicht eruierbar und es wurden umgehend Maßnahmen bis in die Familien von Betroffenen hineingesetzt. Zum Beispiel durften Kinder nicht den Kindergarten besuchen“, sagte die Gesundheitsspezialistin.

Das Ganze habe sich um ein „geschlossenes Setting“ gehandelt. Anders in Italien, wo der Auslöser, der „Patient 0“, nicht bekannt ist. „Es ist immer schwieriger, wenn die Infektionskette schon weiter fortgeschritten ist. Man muss erst den Ursprung finden.“

59 Spitäler in Österreich gerüstet
Wie viele Kapazitäten sind in den heimischen Krankenhäusern für Covid-19- sowie SARS-CoV-2-Fälle und Verdachtsfälle vorhanden? Das kommt darauf an, wie viele gebraucht werden und wird in einem Stufenplan geregelt. 59 Spitäler wurden als besonders zweckmäßig eingestuft, grundsätzlich müsse aber jedes Krankenhaus infektiöse Patienten versorgen, erläuterte Strauß.

Die am besten dafür geeigneten wurden im Rahmen der jüngsten Pandemie-Planung aktuell erhoben, im Wesentlichen seien es die „Influenza-Spitäler“: Kliniken, die während besonders schwerer Grippewellen als Anlaufstellen Nummer eins für Kranke gelten, vor allem weil sie aufgrund ihrer Struktur besonders effizient und rasch Bettenkapazitäten freimachen können.

Eine genaue Bettenzahl sei daher schwer anzugeben. „Man kann das eskalieren, durch Umlagern oder die Absage nicht unbedingt nötiger Operationen. Jedes Krankenhaus hat dafür einen eigenen Plan, schon allein in der Grippesaison“, erläuterte Strauß. Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) beispielsweise könne im Notfall bis zu 500 Betten stellen. „Die genaue Anzahl ist ein Stufenplan.“

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