18.02.2020 17:07 |

SPÖ probt Inszenierung

Bürgermeister Ludwig läutet Wahlkampf in Wien ein

95 Prozent der Politik besteht aus Inszenierung - das wusste schon Ex-SPÖ-Chef Christian Kern (bevor er seine zu 100 Prozent versemmelt hat). Dienstagmittag war wieder so ein Termin: Bürgermeister Michael Ludwig lud zur ersten Wahlkampfveranstaltung, obwohl er es nicht so nennen wollte. Wahlversprechen inklusive.

Alles fing mit einem Werbefilm über den Chef an: Michael Ludwig in allen Lebenslagen, mit Kindern, mit Älteren, beim Kipferlflechten, Winken, Unternehmensbesuchen. Dann trat der Bürgermeister auch schon auf die Bühne des Panoramafensterlofts des K47 in der Wiener Innenstadt. „Ich möchte gleich zu Beginn sagen, was ich jetzt nicht machen werde. Mich nämlich abgrenzen gegenüber anderen Parteien. Auch nicht gegenüber der eigenen. Und ich möchte auch keinen Wahlkampf eröffnen, denn in der Tat wäre das zu früh.“

Aber es war natürlich eine Wahlkampfshow: Vor 120 Genossen präsentierte Ludwig erste Teile seines Wahlprogramms: Von der Gratis-Ganztagsschule über die Wiener Pflege-Garantie bis zum Wien-Bonus für Unternehmen. Sehen wir uns nur zwei dieser Wahlversprechen an:

  • Gratis-Ganztagsschule: Wie beim beitragsfreien Kindergarten sollen auch alle 63 Ganztagsschulen die Eltern nichts mehr kosten: inklusive Verpflegung. Und das Angebot wird durch Neu- und Umbauten erweitert. Kosten: 25 Millionen Euro pro Jahr, plus 700.000 Euro für jeden weiteren Standort.
  • Wiener Pflege-Garantie: Für Wiener soll fix ein Apartment in einem Pensionistenwohnhaus oder ein Platz in einer Pflegeeinrichtung bereitstehen, wenn der Aufenthalt zu Hause nicht mehr möglich ist, heißt es.

Nur über die Chefin will keiner reden
Weitere Maßnahmen: Mehr Kanzleipersonal in den Ambulanzen, mehr medizinische Zentren, das Einsatzteam für mehr Sicherheit usw. Was gar nicht vorkam: Migration und Integration. Und: Pamela Rendi-Wagner. Von Journalisten auf die Mitgliederbefragung der Parteichefin angesprochen, wurde Ludwig sofort von Landesparteisekretärin Barbara Novak „entführt“. Das sei heute nicht das Thema, hieß es. Und weg waren sie.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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