02.08.2004 23:17 |

Alarm!

Obst und Gemüse haben zu wenig Vitamine!

„An apple per day keeps the doctor away“ ist ein nettes Sprichwort, das leider bei Weitem nicht mehr so zu trifft wie früher. Denn in den vergangenen zehn Jahren haben unsere Äpfel bis zu 87 Prozent der wichtigsten Mineralien verloren. Besagt eine Studie im Auftrag der Uni Hamburg. Sind unsere Äpfel also leerer Ballast? Eine weitere Studie bescheinigt unserem Obst&Gmüse weniger Pestizide, als anderen EU-Ländern.
Gehört hat man ja immer mal wieder davon,dass unser Gemüse nicht mehr so wertvoll ist, wie es einstgewesen ist. Jetzt sorgt die Hamburger Studie für einen weiterenBeleg. In Sachen Mineralien fehlt es unseren Äpfeln vor alleman Eisen, Kalzium und Kupfer. Dafür seien unsere landwirtschaftlichenProdukte besonders arm an Pestiziden, so eine aktuelle EU-Studie.
 
97 Prozent weniger Vitamin C
Besonders erschreckend: In den Äpfeln ist lautStudie kaum noch Vitamin C drin! 96 Prozent weniger als vor zehnJahren. Vitamin B hat etwa ein Viertel verloren. Die sechs Prozentweniger Eisen in Tomaten lassen sich noch eher verschmerzen alsdie etwa 50 Prozent weniger Vitamin C und 65 Prozent weniger Kupfer.Kartoffeln haben die Hälfte an Eisen verloren, laut eineranderen Studie aber dafür mehr Vitamin C als früher.Das wurde ihnen angezüchtet, damit sie länger lagerbarsind.
 
Eine der StudienautorInnen begründete denVerlust damit, dass nach "ökonomischen, nicht ökologischenKriterien" geerntet wird. Der optimale Nährstoffgehalt entwickeltsich nur in vollreifem Obst und Gemüse, geerntet wird jedochviel früher.
 
Warenkorb-Studie"
Für die Studie wurde praktisch das Verhalteneines typische Konsumenten nachgeahmt, der nach der Arbeit einkaufengeht. Bei unterschiedlich großen Lebensmittelgeschäftenwurde bei Zimmertemperatur gelagertes Obst und Gemüse eingekauftund analysiert. Die Ergebnisse wurden mit einem Standardwerk derErnährungswissenschaft aus dem Jahr 1994 verglichen. EinKontrolltest zwei Wochen später bestätigte die Ergebnisse.
 
Kritiker bemängeln, "Warenkorbstudien" entsprächenzwar der Konsumentensicht, seien aber zufällig. Nur: Was,wenn nicht die Konsumentensicht, interessiert den Konsumenten?
 
Unser Obst und Gemüse arm an Pestiziden
In einem EU-Bericht rangiert Österreich beimSchadstoffgehalt in Lebensmitteln im Spitzenfeld. Die EU-Kommissionhingegen winkt ab und zeichnet unsere Bauern aus: Heimisches Obstund Gemüse habe besonders niedrige Grenzwerte bei Pestiziden.Die hohen Werte kämen daher, dass Österreich sehr strengkontrolliere, so die EU-Kommission. Außerdem wurde vor allembei importierten Lebensmitteln der hohe Schadstoffanteil festgestetlt.
 
Fazit
Obst und Gemüse sollte man weiterhin essen.Allerdings sollte man darauf achten, vollreife Ware zu kaufen,am besten im Bioladen. Zudem kann man den einen oder anderen Gedankenüber Nahrungsergänzung zulassen. Dabei ist allerdingswichtig, nicht irgendwelche Vitamintabletten zu schlucken, sondernmöglichst auf Präparate zurückzugreifen, die allewertvollen Stoffe aus Obst und Gemüse enthalten, also nichtnur die Vitamine, sondern Pflanzenfarbstoffe, Bioflavonoide undandere Antioxdantien.
Mittwoch, 23. Juni 2021
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