14.01.2020 10:50 |

Bei Motorradtreffen

„Hitler“ grüßt aus Beiwagen - Polizist schaut zu

Hitler grüßt lächelnd aus dem Beiwagen eines Motorrads: So gesehen am vergangenen Wochenende bei einem Treffen von Motorradfans im sächsischen Chemnitz. Der geschmacklose Auftritt sorgt seither für Empörung in Deutschland. Und auch der Staatsschutz interessiert sich mittlerweile für die Aktion. Nicht nur wegen des Hitler-Imitators, sondern auch wegen des „nicht akzeptablen“ Verhaltens eines Polizisten, der das Ganze amüsiert beobachtet und gar Fotos gemacht haben soll.

Am vergangenen Wochenende fand auf der Augustusburg in Chemnitz das 49. Winter-Treffen von Motorradfans statt. Zu dem Biker-Treffen waren nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur am vergangenen Wochenende 1800 Motorradfahrer und rund 7500 Besucher zum Schloss Augustusburg gekommen.

Wie die Videoaufnahmen eines Besuchers zeigen, tauchte dabei ein besonders auffälliges Oldtimer-Motorrad auf und parkte rückwärts ein - mit „Hitler“ im Beiwagen. Das Double von Adolf Hitler grüßt mit einem Lächeln im Gesicht winkend das Publikum, umstehende Menschen lachen und machen mit ihren Smartphones eifrig Fotos.

Motorrad mit Hitler im Beiwagen parkt direkt neben Polizei ein
Die ohnehin schon fragwürdige Situation wird allerdings noch dadurch verschärft, dass unter den Zeugen der Hitler-Vorfahrt auch ein Polizist ist, der eigentlich die Veranstaltung absichern soll. In den Aufnahmen, die auf Facebook gepostet wurden, ist zu sehen, wie das Motorrad mit dem Hitler-Imitator im Beiwagen direkt neben dem Fahrzeug der Polizei einparkt. Auch der Polizist im Dienstwagen ist zu sehen, wie er offensichtlich amüsiert sein Handy zückt und selbst Aufnahmen der Aktion macht.

Bei der Polizei Sachsen ist nach Bekanntwerden des Falls von einem „nicht akzeptablen Verhalten des Kollegen“ die Rede und dass eine „eingehende Auswertung“ mit ihm erfolgen werde. Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge werden auch dienstrechtliche Konsequenzen geprüft. „Wir hätten vom Kollegen erwartet, dass er dies ohne Wenn und Aber unterbunden hätte“, so ein Polizeisprecher. Gemeinsam mit dem Veranstalter, der sich von der Aktion distanzierte, hätte man etwa einen Platzverweis aussprechen können.

Ministerpräsident: „Auftritt als Massenmörder mehr als geschmacklos“
Auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer reagierte empört auf den Hitler-Auftritt. Er empfinde den „Auftritt als Massenmörder mehr als geschmacklos“, wie er erklärte. Ein solches Verhalten sei nicht akzeptabel und „wird sich nicht wiederholen“.

Auch der Staatsschutz interessiert sich mittlerweile für den Hitler-Imitator. „Hinsichtlich des Herrn, der als Adolf Hitler verkleidet im Beiwagen Platz genommen hatte, prüft das Dezernat Staatsschutz der Chemnitzer Kriminalpolizei derzeit die strafrechtliche Relevanz seines Auftretens“, sagte ein Sprecher der Chemnitzer Polizei der „Bild“. Bei dem Mann stehen der Verdacht des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen oder auch Volksverhetzung im Raum.

Ähnlicher Fall in München
Erst zum Jahreswechsel hatte ein ähnlicher Fall in München für Aufsehen gesorgt. Ein Mann aus Österreich war als Hitler verkleidet durch die bayrische Landeshauptstadt marschiert. Der Mann hatte bereits 2017 für Aufregung gesorgt, als er in Hitlers Geburtsort Braunau am Inn vor dessen Geburtshaus mit Hitler-Bärtchen und Seitenscheitel herumging und sich dabei mit Passanten fotografieren ließ.

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