13.12.2019 14:26 |

Hofer: „Befreiung“

Das war‘s! FPÖ schmeißt Strache endgültig raus

Lange wurde darüber diskutiert, jetzt ist es so weit: Die FPÖ wirft ihren Ex-Chef Heinz-Christian Strache - ausgerechnet an einem Freitag, den 13. - aus der Partei! Dass drei Strache-Getreue eine eigene Partei für ihn gegründet haben, hat das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht. „Für uns ist das eine Befreiung, weil damit Ibiza für uns Geschichte ist und wir in die Zukunft schauen können“, sagte Bundesparteiobmann Norbert Hofer am Freitagnachmittag (siehe Video oben).

„Die FPÖ will eine stabile 25-Prozent-Partei sein“, setzte Hofer die neue Messlatte. Eine „seriöse, stabile, rechtskonservative“ Bewegung solle entstehen, „auch mit einer neuen Bescheidenheit“.

Hofer: „Ohne Skandale und Personenkult“
Skandale und Personenkult solle es in der Partei hingegen nicht geben. Inhaltlich wollen die Freiheitlichen künftig auch auf „Satellitenthemen“ setzen, etwa auf den Bereich Bildung und auf „Klimaschutz mit Hausverstand“.

Nepp: „Einstimmiger Beschluss“
Für Wiens FPÖ-Landesparteiobmann Dominik Nepp sei das Kapitel Strache für die FPÖ nun endgültig abgeschlossen. Weiters berichtete der Vizebürgermeister, dass der Beschluss über den Rausschmiss Straches im Landesparteivorstand einstimmig gefällt worden sei. Als Grund nannte der Rathaus-Blaue „parteischädigendes Verhalten“. Dem Treffen des Landesparteivorstands war am Vormittag eine Sitzung des Parteigerichts vorangegangen. Strache hatte vor dem Gremium nicht ausgesagt, sondern in einem Brief sein Unverständnis geäußert.

„Ausschluss nicht wegen Spesen-Vorwürfen“
Der Ausschluss sei aber nicht wegen der Spesen-Vorwürfe erfolgt. Das Parteigericht habe in Abwesenheit über „zahlreiche mediale Äußerungen, Facebook-Postings und öffentliche Auftritte“ geurteilt, begründete Nepp die Entscheidung. Dass Strache nicht schon früher ausgeschlossen wurde, bedauerte Hofer nicht. Auch Nepp betonte, dass man dem früheren Parteichef ein faires Verfahren bieten habe wollen. Die Prozedur sei notwendig gewesen, so Hofer, da man zwischen einfachen Parteimitgliedern und Mitgliedern der Bundesparteileitung unterscheide. Der Ausschluss erfolge bei Letztgenannten immer durch die jeweilige Landespartei.

Die Wiener Landesgruppe, deren Chef Strache einst war, sieht Hofer gut aufgestellt. „Er ist ein Mann ohne Schnappatmung“, beschrieb Hofer den geschäftsführenden Parteichef Nepp - „jemand der inhaltlich konsequent und unbeugsam ist. Man wird sich diesen Namen gut merken müssen.“

Strache: Ibiza-Affäre, Spesen-Skandal, Provokationen
Ibiza-Affäre, Spesen-Skandal, mehrere Rücktritte, spätnächtliche ungelegene Wortmeldungen und Provokationen auf Facebook - und am Donnerstag dann DAÖ. DAÖ? Drei Strache-treue Wiener Mandatare haben sich von der FPÖ abgespalten und die „Allianz für Österreich“ samt Klub im Wiener Rathaus gegründet - für ihren Ex-Chef, der bei der Wien-Wahl für die inoffizielle Liste Strache als Spitzenkandidat antreten soll. Dadurch wurde bei der FPÖ im Fall Strache endgültig die Schmerzgrenze erreicht.

Video: FPÖ-Rebell Karl Baron macht Weg für Strache frei

Strache gründet Firma
Strache jedenfalls bastelt nicht nur an seiner politischen, sondern auch an der unternehmerischen Zukunft. Wie der „Standard“ berichtet, hat er eine Firma gegründet: die PHI Beteiligungs- und Unternehmensberatungs GmbH.

Kronen Zeitung/krone.at

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