12.12.2019 13:47 |

„Welt in Flammen“

Aktivisten besetzten Gebäude des EU-Gipfels

Greenpeace-Aktivisten haben am Donnerstag mit Bannern und bengalischen Feuern die Fassade des Europa-Gebäudes in Brüssel besetzt. Mehr als ein Dutzend Umweltschützer kletterten in der Früh vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs die Fassade hoch und entrollten ein Banner mit der Aufschrift „Klima-Notstand“. Die Forderung: Die Europäische Union soll bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden.

Dem EU-Gipfel liegt die zentrale Frage zugrunde, ob man sich zu dem Ziel bekennt, die Europäische Union bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu machen. Osteuropäische Staaten wie Polen, Ungarn und Tschechien fordern aber zuerst umfassende Finanzzusagen, um die Umstellung ihrer Wirtschaft auf erneuerbare Energien zu bewerkstelligen.

Im Vorfeld hatten 28 Aktivisten das Gipfel-Gebäude mithilfe einer Feuerwehrleiter erklommen und an der Fassade einen Banner mit der Aufschrift „Klima-Notstand“ angebracht. Auch waren weitere Transparente zu sehen, auf denen Flammen zu sehen waren. Später entzündete Rauchbomben erweckten den Eindruck, als stehe das Gebäude in Flammen. Auf kleineren Plakaten war die Aufschrift „Klima-Verzögerer im Inneren“ zu lesen.

20 Menschen festgenommen
Laut Greenpeace nahmen an der Aktion 61 Umweltschützer aus sieben europäischen Ländern teil. Nach und nach holte die belgische Polizei die Aktivisten mithilfe von zwei Drehleitern der Feuerwehr vom Gebäude. Nach vorläufigen Angaben der Polizei wurden rund 20 Menschen wegen der Protestaktion festgenommen.

„Welt steht in Flammen“
Jorgo Riss, Leiter von Greenpeace EU, über die Aktion: „Die Welt steht in Flammen und unsere Regierungen lassen sie brennen.“ Es sei nicht ausreichend, sich auf eine klimaneutrale EU im Jahr 2050 zu verpflichten. Es müsse jetzt gehandelt werden. Erst im November hatte das EU-Parlament mit großer Mehrheit in Straßburg eine Resolution zur Erklärung eines „Klimanotstandes“ angenommen.

Da am Donnerstag in Brüssel anfangs unklar gewesen war, wie lange die Aktivisten auf dem Gebäude bleiben würden, prüfte der EU-Rat sogar eine Verlegung des Gipfels - was dann aber nicht nötig war. Das Gebäude ist bereits wieder zugänglich.

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