Psychologe erklärt:

„Selbst ein Mann darf weinen und Gefühle zeigen“

Am heutigen Dienstag dürfen alle Männer die Sekt-Korken knallen lassen. Seit 1999 wird jährlich am 19. November der „Internationale Männertag“ gefeiert. Seit damals hat sich das Bild eines „perfekten Mannes“ allerdings deutlich geändert. „Mann darf auch einmal weinen und Gefühle zeigen“, so Psychologe Robert Karbiner.

„Ich weiß noch, als ich vor dreißig Jahren mit meinen kleinen Kindern am Vormittag am Südbahnhof herumspaziert bin, wurde ich von vielen Frauen komisch angeschaut. Sie fragten, ob ich keine Arbeit habe“, so Robert Karbiner, Psychologe in Linz. Dieses Fremdbild von einem Mann hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark geändert. Immer mehr Berufstätige wollen ihren Nachwuchs aufwachsen sehen, gehen in Väterkarenz.

Frauen halten danach Ausschau
Und noch etwas hat sich gravierend verändert: Männer dürfen weinen. „Vor 50 Jahren hat dich noch jeder schräg angeschaut und als ,Weichei‘ bezeichnet, wenn du geweint hast. Heutzutage ist das kein großes Problem mehr“, sagt Karbiner. Ganz im Gegenteil, Frauen würden sogar eher nach Männern Ausschau halten, die emotional berührbar sind. „Nur weil ich einmal traurig bin und das auch zeige, muss ich mir nicht alles gefallen lassen“, erklärt Karbiner.

Wortkarg unter Männern
Laut dem Experten ist eines aber immer schon gleich: In einer Männerrunde wird nicht so schnell über Sorgen, Ängste oder Trauer gesprochen. Da ist die Angst vor Abwertung und Kränkung nach wie vor groß.

Philipp Zimmermann, Kronen Zeitung

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