14.11.2019 11:24 |

Vorwurf an Griechen

60.000 Migranten illegal in Türkei abgeschoben?

Die türkische Regierung beschuldigt Griechenland, Zehntausende Migranten illegal in die Türkei abgeschoben zu haben. Laut Dokumenten des türkischen Innenministeriums soll Griechenland in den zwölf Monaten vor dem 1. November 2019 insgesamt 58.283 Menschen in die Türkei zurückgebracht haben, ohne ihnen ein Asylverfahren zu gewähren. Griechenland dementiert die Vorwürfe.

Die meisten registrierten Fälle betrafen laut einem „Spiegel“-Bericht pakistanische Staatsangehörige (16.435), gefolgt von Afghanen, Somaliern, Bangladeschern und Algeriern. Dazu kommen mehr als 4500 Syrer. Türkischen Angaben zufolge lag die Zahl der illegal Zurückgebrachten laut dem Bericht allein im Oktober 2019 bei mehr als 6500.

Migranten von Behörden misshandelt?
Das türkische Material umfasst laut „Spiegel“ Fallberichte, Interviewprotokolle und Fotos, die angeblich Migranten zeigen sollen, die von griechischen Behörden misshandelt wurden. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte Griechenland bereits Ende Oktober beschuldigt, illegale Rückführungen in die Tat umzusetzen. Auch Menschenrechtler werfen Griechenland seit Jahren illegale Rückführungen an der Landgrenze zur Türkei vor.

Griechenland bestreitet die Vorwürfe. „Wir sind ein Rechtsstaat“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Alexandros Gennimatas, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Bereits vor drei Wochen hatte das griechische Außenministerium mitgeteilt, die Anschuldigungen der Türkei dienten lediglich dazu, davon abzulenken, dass das Land den Flüchtlingspakt mit der EU nicht einhalte.

Migrantenzustrom nach Griechenland hält unvermindert an
Seit Tagen gibt es einen massiven Flüchtlingszustrom aus der Türkei nach Griechenland. Am vergangenen Wochenende setzten nach Angaben des Bürgerschutzministeriums in Athen insgesamt 569 Migranten zu den griechischen Inseln Lesbos, Chios, Kos und Samos sowie einigen anderen kleineren Eilanden über. Zusätzlich seien am Montagvormittag weitere 85 Migranten vor den Inseln Kos und Symi sowie 37 Migranten vor der kleinen Hafenstadt Alexandroupolis im Nordosten Griechenlands aufgegriffen worden, teilte die Küstenwache mit.

Knapp 35.700 Menschen derzeit in Registrierungslagern
Dies hat zur Folge, dass die Registrierlager auf den Inseln weiterhin überfüllt bleiben - obwohl täglich Hunderte Migranten zum Festland gebracht werden. Es handelt sich um Menschen, die gute Chancen haben, Asyl in Griechenland zu bekommen. Zurzeit harren in den Registrierlagern und anderen Unterkünften der Inseln im Osten der Ägäis knapp 35.700 Menschen aus, wie das Bürgerschutzministerium am Montag mitteilte. Am schlimmsten ist die Lage im Lager von Samos. Es hat eine Aufnahmekapazität für 648 Menschen, in und um das Lager leben aber mehr als 6000 Menschen.

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