„Menschenunwürdig“

Bosnisches Flüchtlingscamp Vucjak wird geschlossen

Ausland
29.10.2019 19:49

Ein Schlussstrich unter menschenunwürdige Zustände: Das völlig überfüllte Flüchtlingslager Vucjak in Bosnien, das zuletzt auch hierzulande für Schlagzeilen gesorgt hatte, wird geschlossen. Bosniens Sicherheitsminister Dragan Mektic kündigte am Dienstag entsprechende Schritte seiner Regierung an. In dem Aufnahmezentrum halten sich laut dem Minister derzeit zwischen 800 und 1000 Flüchtlinge auf.

Das umstrittene Aufnahmezentrum etwa zehn Kilometer entfernt von der nordwestlichen Stadt Bihac war im Juni unweit einer Mülldeponie und eines Minenfeldes errichtet worden.

Mehrere internationale Organisationen hatten sogleich gewarnt, dass das Zentrum ein ernstes Gesundheits- und Sicherheitsrisiko darstelle und nicht den internationalen Normen entsprechend für die Unterbringung von Flüchtlingen ausgestattet sei. Die Zustände in Vucjak wurden immer wieder als menschenunwürdig bezeichnet.

Bosnien will jetzt zwei Millionen Euro in die Hand nehmen
Föderationspremier Fadil Novalic schlug Sicherheitsminister Mektic zufolge dieser Tage einige Standorte vor, wo nun ein neues Aufnahmezentrum errichtet werden könnte. Es würde sich um eine Investition im Umfang von 1,5 bis zwei Millionen Euro handeln, berichtete der Minister. Die Kommunalbehörden sind weiterhin nicht bereit, den gesamtstaatlichen Behörden ehemalige Militärkasernen zur Aufnahme von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen.

Die Behörden des Kantons Una-Sana hatten in der Vorwoche die Schließung zweier weiterer Aufnahmezentren, Bira in Bihac und Miral in Velika Kladusa, angekündigt. In den beiden Zentren halten sich derzeit rund 2000 Flüchtlinge auf. Im Kanton Una-Sana befinden sich laut früheren Angaben der Regionalregierung etwa 5000 Migranten, heuer wurden bereits 36.000 registriert.

Die Migranten entlang der Balkanroute zieht es nach Bihac und Velika Kladusa wegen der Nähe zum jüngsten EU-Land Kroatien, von wo aus sie versuchen, nach Slowenien und damit in den Schengenraum zu gelangen.

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