26.10.2019 12:08 |

Tränen und Blumen

Aus US-Haft freigelassene Spionin wieder in Moskau

Nach ihrer Entlassung aus der Haft ist die in den USA wegen illegaler Agententätigkeit verurteilte Russin Maria Butina am Samstag nach Moskau zurückgekehrt. Unter Tränen und glücklich umarmte sie auf dem Flughafen Scheremetjewo in der russischen Hauptstadt ihren Vater.

Der russische Außenminister hatte zuvor die Freilassung der 30-Jährigen begrüßt. „Wir freuen uns, dass die amerikanische Justiz nach langem Hinauszögern endlich die Lösung gefunden hat, die wir angestrebt haben“, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Butina war im Juli 2018 in den USA festgenommen worden und in Untersuchungshaft gekommen. Später wurde sie in Washington wegen illegaler Agententätigkeit zu 18 Monaten Haft verurteilt.

Butina war am Freitag aus dem Bundesgefängnis in Tallahassee im US-Bundesstaat Florida entlassen und Beamten der Polizei- und Zollbehörde ICE übergeben worden. Butina wurde dann nach Russland abgeschoben. Der Fall hatte in den USA für erheblichen Wirbel gesorgt.

Moskau: „Erfundene Anschuldigungen“
Die Regierung in Moskau hatte Butinas Freilassung gefordert und von erfundenen Anschuldigungen gesprochen. Butina selber hatte vor einem Bundesgericht in Washington eingeräumt, unter Anleitung eines Moskauer Regierungsvertreters in den USA tätig gewesen zu sein. Ihre Aktivitäten fielen demnach auch in die Zeit des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016. Butina, die sich als Waffenrechtsaktivistin engagierte, soll unter anderem versucht haben, die US-Waffenlobby National Rifle Association (NRA) zu infiltrieren. Die NRA steht den Republikanern von US-Präsident Donald Trump nahe.

Anklage: Russische Spionin köderte US-Politiker mit Sex
Ihre Waffenliebe stellte Butina in sozialen Netzen gerne zur Schau: Sie postete oft und gerne Bilder von Schießübungen, posiert mit einer Pistole und Cowboyhut oder kombiniert ein leichtes Sommerkleid mit einem Gewehr. Um konservative Kreise infiltrieren zu können, habe die junge Frau ihre Reize und ihren Körper eingesetzt: Mit Sex habe sie sich Zugang zu Politikern und Lobbyisten verschafft, so die Anklage.

Mit Studentenvisum Agententätigkeit getarnt
Butina war mit einem Studentenvisum in die USA eingereist und in Washington immatrikuliert, als sie festgenommen wurde. Die US-Bundespolizei FBI hielt das Studium für eine Tarnung ihrer Agententätigkeit. 

Das Verfahren gegen Butina ging nicht auf die Russland-Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller zurück. Mueller hatte mögliche Absprachen von Vertretern des Trump-Lagers und Russlands im Wahlkampf 2016 untersucht. US-Geheimdienste werfen Russland versuchte Einflussnahme auf die damaligen US-Wahlen vor.

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