15.10.2019 13:42 |

„Schneller Abgang“

US-Truppen „übergaben“ Manbidsch an Russen

Bei ihrem Abzug aus der Stadt Manbidsch in Nordsyrien sollen die US-Truppen das dort eintreffende russische Militär laut einem Medienbericht teilweise unterstützt haben. „Im Grunde genommen war es eine Übergabe“, zitierte das Magazin „Newsweek“ einen ranghohen Mitarbeiter im Pentagon. Der Abzug aus Manbidsch sei ein „schneller Abgang“ gewesen (siehe auch Video oben), eine Art gemeinsamen „Rundgang“ mit den Russen habe es nicht gegeben. Ziel sei gewesen, mit „so vielen Dingen wie möglich“ abzuziehen und dabei „jegliches sensibles Gerät“ zu zerstören.

Das für Syrien zuständige Zentralkommando der US-Streitkräfte bestätigte den Bericht zunächst nicht. Das russische Verteidigungsministerium teilte der Agentur Interfax zufolge lediglich mit, dass die US-Truppen Manbidsch in Richtung Irak verlassen hätten. Das russische Militär patrouilliere in der Gegend. Die syrische Armee habe die „volle Kontrolle“ über Manbidsch übernommen. Zugleich sprach das Ministerium von einem „organisierten Zusammenwirken mit der türkischen Seite“.

Russen rechnen nicht mit Konfrontation Syrien - Türkei
Dass es zu einer direkten Konfrontation zwischen türkischem und syrischem Militär kommen könnte, glaubt man in Russland nicht. Vielmehr würden „Kontakte geknüpft, um Ansätze auf Grundlage des Völkerrechts zu entwickeln“, sagte Vizeaußenminister Michail Bogdanow am Dienstag. Am Vortag waren syrische Regierungstruppen von Präsident Bashar al-Assad im kurdisch kontrollierten Norden des Landes eingetroffen. Sie werden von Russland unterstützt.

Manbidsch liegt knapp zwei Autostunden östlich von Aleppo und westlich des Flusses Euphrat. Rebellen hatten die Stadt im syrischen Bürgerkrieg eingenommen, bevor Extremisten der Terrormiliz Islamischer Staat sie überrannten. 2016 brachten Kurdenmilizen die Stadt mit Unterstützung des US-Militärs schließlich unter ihre Kontrolle. Kurdischen Quellen zufolge betrieben die USA dort zuletzt drei Stützpunkte.

Überstürzter Trump-Rückzug stellt Machtverhältnisse auf den Kopf
US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende den Rückzug der noch verbleibenden US-Soldaten aus dem Nordosten Syriens angeordnet. Ein kleiner Teil der Truppe bleibe aber an einem Truppenstandort im Süden des Landes, um ein Wiedererstarken des IS zu verhindern.

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