15.10.2019 09:46 |

Feuer ausgebrochen

Ausschreitungen in Flüchtlingslager auf Samos

Im völlig überfüllten Migrantenlager der griechischen Insel Samos hat es am Montagabend nach einem Streit zwischen Syrern und Afghanen schwere Krawalle gegeben. Nach einer Messerstecherei kam es zu Ausschreitungen mit der Polizei. Es brachen Feuer aus. Mindestens drei Menschen sind nach Angaben des zuständigen Migrationssekretärs Manos Logothetis durch Messerstiche verletzt worden. Weitere acht Menschen seien mit Atembeschwerden ins Krankenhaus gebracht worden, hieß es. „Die Lage hat sich heute Morgen beruhigt“, sagte Logothetis dem griechischen Nachrichtensender Real am Dienstag in der Früh.

Die Ausschreitungen begannen nach einem Streit zwischen Migranten aus Syrien und Afghanistan in Vathy, der Hauptortschaft von Samos. Danach kam es im und um das Lager, das an einem Hang über Vathy liegt, zu neuen Schlägereien. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Krawalle zu beenden. Die Feuerwehr konnte in der Früh alle Brände löschen. Nach ersten Erkenntnissen der Behörde seien mehrere provisorische Unterkünfte um das Lager zerstört worden. Eine detaillierte Kontrolle sollte in den nächsten Stunden stattfinden, hieß es aus Kreisen der Feuerwehr.

Hunderte Migranten- darunter zahlreiche Kinder und Frauen - verbrachten nach Angaben des Bürgermeisters Giorgos Stantzos die Nacht in der Hauptortschaft der Insel Vathy. Sie waren am Montagabend aus Sicherheitsgründen aus dem Registrierlager in die kleine Ortschaft gebracht worden.

5700 in einem Lager für 650 Menschen
Im Registrierlager von Vathy mit einer Aufnahmekapazität für 650 Menschen harren zurzeit mehr als 5700 Migranten aus. Auch alle anderen Lager auf den Inseln Chios, Samos, Leros und Kos sind restlos überfüllt. Vor zwei Wochen war bei Ausschreitungen in einem Lager auf der Insel Lesbos eine Frau ums Leben gekommen.

Hilfsorganisationen kritisierten die Zustände in dem überfüllten Flüchtlingscamp in Vathy wegen mangelnder Hygiene und Überfüllung. Die Hälfte der rund 6000 dort untergebrachten Menschen seien Frauen und Kinder, schrieb die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Dieser Albtraum muss aufhören!“ Kinder und andere gefährdete Menschen müssten die griechischen Inseln verlassen und an einen sicheren Ort gebracht werden, forderte MSF.

Mehr als 70.000 Migranten in Griechenland
Mehr als 70.000 Flüchtlinge leben in Griechenland, mehr als 32.000 davon Flüchtlingscamps auf den ägäischen Inseln. Seit Jahresbeginn sind nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) mehr Migranten (38.000) aus der Türkei zu den griechischen Inseln gekommen als im gesamten Vorjahr (32.494). Wegen der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien wird eine neue Fluchtbewegung befürchtet.

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