04.10.2019 14:55 |

Bürgermeister am Ende

Flüchtlinge überfordern griechische Touristeninsel

Auf der kleinen griechischen Insel Symi mit rund 3000 Einwohnern ist die Lage wegen der Ankunft Hunderter Migranten aus der Türkei explosiv. „Wir haben hier 420 Menschen, die auf den Straßen schlafen. Sie müssen dringend weg“, sagte der Bürgermeister der beliebten Touristeninsel, Lefteris Papakalodoukas, am Freitag dem griechischen Nachrichtensender Skai. Weitere 80 Migranten würden in der Polizeistation leben. 

Die Migranten hätten nach den Worten des Bürgermeisters die Straßen der Insel zu „Toiletten“ verwandelt. „Am Ende gehen wir (die Einwohner, Anm.) weg und die (Migranten, Anm.) bleiben hier“, meinte er. Die Regierung in Athen habe bisher trotz wiederholter Hilferufe nichts unternommen. „Wir haben den Punkt erreicht, wo wir die Türken (die Behörden in der Türkei, Anm.) anrufen und sie bitten, keine Migranten mehr rüberzuschicken“, so der Bürgermeister.

Dieses Video zeigt die dramatischen Zustände auf der Insel:

Die Insel Symi der Dodekanes-Inselgruppe liegt nur rund sieben Kilometer von der Datca-Halbinsel im Südwesten der Türkei entfernt. Schlepper schicken seit Wochen immer mehr Migranten auch zu den kleineren Inseln im Osten der Ägäis.

Griechenland verschärft Asylverfahren
Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis kündigte am Freitag angesichts der neuen Flüchtlingswelle ein verschärftes Asylverfahren und die Ausweisung nicht kooperierender Migranten an. „Die Weigerung zu kooperieren wird künftig Konsequenzen haben“, sagte er. Das gelte auch für Migranten, die sich weigerten, von einem Flüchtlingslager zu einem anderen gebracht zu werden, oder die zu Gesprächen in Zusammenhang mit ihrem Asylantrag nicht erschienen. Wer nicht kooperiere, solle demnach in geschlossen Abschiebelagern interniert werden.

Schlepper werden immer dreister
Zugleich werden die Methoden der Schlepper immer dreister. Laut dem britischen „Telegraph“ sollen sie an der türkischen Westküste bereits Jet-Ski-Fahrten zur griechischen Insel Lesbos anbieten. Auch gestohlene Fischerboote und Luxusjachten sollen mittlerweile für die Überquerungen eingesetzt werden.

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