15.09.2019 11:53 |

Politische Botschaft

Grönemeyer in Wien: „Kein Millimeter nach rechts!“

Herbert Grönemeyer hat aus seinen politischen Ansichten nie ein Geheimnis gemacht. So trat er in der Vergangenheit für eine humane Flüchtlingspolitik ein, engagierte sich gegen Rechtsextremismus. Und auch bei seiner „Tumult“-Tour, die am vergangenen Donnerstag zum zweiten Mal 2019 Station in der - ausverkauften - Wiener Stadthalle machte, nahm sich der Sänger kein Blatt vor den Mund und bezog einmal mehr sehr klar Stellung: „Wir rücken keinen Millimeter nach rechts!“

Seit einigen Tagen kursieren nun bereits Aufnahmen der „Rede“ Grönemeyers im Netz. Der König des deutschen Pop (17 Millionen verkaufte Tonträger allein in Deutschland) sagte bei seinem Auftritt in Wien einmal mehr sehr deutlich, was er von der aktuellen politischen Situation und den Tendenzen zu rechtem Populismus hält. „Ich kann mich nicht erinnern, in Zeiten gelebt zu haben, die so zerbrechlich sind und wo das Eis so dünn ist“, richtete der Sänger das Wort an sein Publikum. Und weiter: „Auch wenn Politiker schwächeln - und das ist, glaube ich, in Österreich nicht anders als in Deutschland -, muss uns klar sein, dass es an uns liegt, zu diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat.“ 

An Politiker, besonders aus dem rechten Lager, hat Grönemeyer ebenfalls eine deutliche Botschaft: „Wer versucht, diese Unsicherheit zu nutzen für rechtes Geschwafel, Ausgrenzung und Rassismus und Hetze, dem sagen wir: Diese Gesellschaft ist offen, humanistisch, bietet Menschen Schutz.“ Zum Schluss appellierte der Sänger: „Keinen Millimeter nach rechts! Keinen einzigen Millimeter!“

Fans jubelten, Außenminister dankte
Seine Fans jubelten, auch in sozialen Netzwerken - vorwiegend auf Twitter - gibt es Zuspruch: „Ganz großer, edler Mann und unglaublicher Musiker“, kommentierte ein User auf Twitter. Eine Konzertbesucherin schrieb: „Alles, was er sagt, stimmt!“ Doch nicht alle sind begeistert, eine Userin bezeichnet den Auftritt aus „gruselig“ und „beängstigend“. Auf Facebook sehen die Reaktionen allgemein weit negativer aus.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas dankte Grönemeyer allerdings für seine klaren Worte: „Es liegt an uns, für eine freie Gesellschaft einzutreten und die Demokratie gemeinsam zu verteidigen. Danke an Herbert Grönemeyer und alle anderen, die das jeden Tag tun.“

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