Eishockey-WM

Tschechen-Cracks blamieren sich gegen Norwegen

Sport
11.05.2010 23:15
Einen Tag nach dem dänischen 2:1-Coup gegen die USA hat mit Norwegen der nächste skandinavische Underdog für eine Überraschung bei der Eishockey-WM in Deutschland gesorgt. Norwegen besiegte am Dienstag in Mannheim in der Gruppe C den elffachen Weltmeister Tschechien um Superstar Jaromir Jagr unerwartet mit 3:2. Da Schweden am Abend nach schwerfälligem Spiel 3:2 gegen Frankreich siegte, ist Tschechien trotz der Blamage ebenso wie Schweden für die Zwischenrunde qualifiziert.

Dem Weltranglisten-11. Norwegen genügt im letzten Vorrundenspiel am Donnerstag (16.15 Uhr) gegen Frankreich ein Punkt, um die Zwischenrunde zu erreichen. Auch Russland qualifizierte sich vorzeitig durch den zweiten Sieg im zweiten Spiel. In Köln fertigte der Rekordweltmeister Kasachstan mühelos 4:1 ab. Am Abend drehte die Slowakei ein 0:2 gegen Weißrussland noch in ein wichtiges 4:2 um. Der Weltmeister von 2002 kann nun gegen Kasachstan in die Zwischenrunde einziehen.

Norwegen könnte im normalen Fall eines Sieges über Frankreich sogar schon das Tor zum Viertelfinale weit aufstoßen. "Wir haben sehr gut verteidigt und kaum Großchancen zugelassen", sagte Kapitän Tommy Jakobsen nach dem Coup gegen Tschechien durch Tore von Mats Zuccarello Aasen (13.), Anders Fredriksen (31.) und Anders Bastiansen (45.). "Das war keine große Überraschung, die haben eine gute Mannschaft", sagte Jagr trotzig. Auch seine beiden Überzahl-Tore (28./54.) genügten nicht.

Tschechien unter Druck
WM-Mitfavorit Tschechien droht damit erneut ein frühes Ausscheiden bei einem großen Turnier, nachdem es zuletzt dreimal in Serie bei WM-Turnieren und auch bei Olympia in Vancouver schon im Viertelfinale gescheitert war. Zwar ist die Zwischenrunde durch das 6:2 im ersten Spiel gegen Frankreich bereits gesichert, doch durch die Blamage gegen Norwegen könnte Tschechien diesmal sogar das Viertelfinale verpassen. Verliert das Team von Trainer Vladimir Ruzicka auch das letzte Spiel am Donnerstag gegen Schweden, darf es sich in der Zwischenrunde keine Patzer mehr leisten.

Wesentlich komfortabler ist die Situation für Schweden, obwohl der achtfache Weltmeister nach arrogantem Auftreten gegen Frankreich nur knapp an einer Blamage vorbeischrammte. Der WM-Mitfavorit führte durch Tore von Carl Gunnarsson (18.), Jonas Andersson (23.) und Johan Harju (28.) scheinbar sicher, schaltete dann aber einige Gänge zurück und ermöglichte Frankreich noch zwei Tore durch Yorick Treille (45.) und Luc Tardif (55.). Gegen Tschechien kann Schweden bereits wichtige Punkte für die Viertelfinal-Qualifikation sammeln.

In der Kölner Gruppe A siegte Russland glanzlos. Superstar Alexander Owetschkin traf in der elften Minute zum 1:0, die Russen hatten das Spiel stets im Griff. Für Kasachstan traf nur Dmitri Dudarew (58.).

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