30.08.2019 13:06 |

Schreie ignoriert

Schwangere musste Sohn allein in Gefängnis gebären

Es ist unfassbar, was eine schwangere Gefängnisinsassin in den USA erleben musste: Diana Sanchez musste ihren Sohn alleine und ohne medizinische Betreuung in der Zelle gebären - obwohl sie dem Personal mitgeteilt hatte, dass ihre Wehen eingesetzt hatten und sie um einen Transport ins Spital gefleht hatte. Ein Video dokumentierte die qualvolle Geburt, die über fünf Stunden dauerte. Die Mutter reichte eine Klage ein und machte so auf den schockierenden Vorfall im vergangenen Jahr aufmerksam.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

„Dieser Fall ist unglaublich verstörend“, kommentierte Sanchez‘ Anwältin Mari Newman, was sich Ende Juli 2018 in einer Haftanstalt in Denver zugetragen hatte. Stundenlang wurden die Schreie der Frau, die in den Wehen lag, vom Gefängnispersonal - darunter eine Krankenschwester - einfach ignoriert. Das Einzige, was Sanchez vom Personal für die Geburt erhielt, war eine Decke, die ihr eine dreiviertel Stunde vor der Niederkunft durch eine Luke zugeschoben wurde. Unter offensichtlich großen Schmerzen brachte sie ihren Sohn schließlich auf der kleinen Pritsche ihrer Zelle zur Welt.

Erst nach der Geburt erschien ein Gefängnisangestellter
Das zuständige Sheriff-Department weist alle Vorwürfe von sich. Die Schwangere, die sich wegen Identitätsdiebstahls in Haft befand, sei in der medizinischen Abteilung unter Aufsicht gestanden. Davon sieht man in dem schockierenden Video, das krone.at aufgrund des expliziten Inhalts nicht zeigt, aber nichts: Niemand steht Sanchez bei - erst als ihr Sohn auf der Welt ist, kommt ein Gefängnisangestellter in den Raum uns schaut nach Kind und Mutter. 

Danach ging die Tortur weiter - nach der Geburt sei das Baby weder gebadet noch gewärmt worden, so die Anwältin. Es seien auch keine Instrumente zur Verfügung gestanden, um die Nabelschnur zu durchtrennen. Der Anklage zufolge hätten das Feuerwehrleute 15 Minuten nach der Geburt erledigt. 

Das Gefängnis teilte mit, seine Richtlinien nach dem Vorfall geändert zu haben - Schwangere sollen nun sofort in ein Spital eingeliefert werden, auch ohne vorher die Erlaubnis einer Krankenschwester einholen zu müssen. In einer internen Untersuchung, die vor Monaten durchgeführt wurde, wollte die Behörde jedoch keine Fehler eingestehen. 

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).