18.08.2019 14:32 |

Entführung in Turin

Obskurer Plan: „Wollten Opfer Polizei übergeben“

Jener Kärntner (58) aus dem Bezirk Feldkirchen, der am Mittwoch in Turin nach der filmreifen Entführung einer 35-jährigen Frau als mutmaßlicher Beitragstäter festgenommen worden ist, bleibt in Untersuchungshaft. Der 54-jährige Bauunternehmer, der die Aktion angezettelt haben soll, erklärte im Verhör, er habe die Frau entführen und sie dann der Polizei in Turin übergeben wollen, um sich für einen Betrug zu rächen.

In Untersuchungshaft bleiben auch der deutscher Bauunternehmer, der Anfang Juni in Mailand um 50.000 Euro betrogen worden war, und die beiden jungen Privatdetektive im Alter von 24 und 25 Jahren, die ihm bei der Entführung der Frau im Zentrum von Turin geholfen hatten.

Übergriff am helllichten Tag
Die Deutschen hatten die Frau, die die serbische und die australische Staatsbürgerschaft besitzt und offenbar in Wien lebt, vor den Augen unzähliger Passanten unweit des zentralen San-Carlo-Platzes in einen Lieferwagen gezerrt. Der Lebensgefährte der Frau, den die drei Männer ebenfalls entführen wollten, flüchtete. Fußgänger, die die Szene beobachtet hatten, alarmierten die Polizei. Die Sicherheitskräfte verfolgten den schwarzen Lieferwagen und nahmen die drei Männer fest. In der Tasche der 35-Jährigen, die von den Kidnappern gefesselt worden war, wurden 2700 Euro gefunden.

Der 54-jährige Bauunternehmer erklärte, er habe die Frau entführen und sie dann der Polizei in Turin übergeben wollen, um sich für den Betrug zu rächen. Bei der deutschen Polizei hatte er wenig Unterstützung für seinen Fall erhalten. Den drei Deutschen in Haft wird Personenentführung zwecks Erpressung, Körperverletzung, Diebstahl und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Dem Kärntner, der das Treffen der Frau und ihres Lebensgefährten mit den Deutschen organisiert hatte, wird Beihilfe vorgeworfen.

Entführungsopfer nach Wien zurückgekehrt?
Die Frau ist inzwischen untergetaucht. Die Behörden vermuten, dass sie nach Wien zurückgekehrt ist, wo sie zuletzt lebte. Ihr Freund, ein polizeibekannter Serbe mit österreichischem Pass, konnte den Ermittlern keine klaren Antworten über die Hintergründe der rätselhaften Entführung geben.

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