„SP in Schwäche-Phase“

FPÖ-Chef: Rot-blaue Koalition „nicht möglich“

Österreich
07.08.2019 11:43

Etwas mehr als sieben Wochen vor der Nationalratswahl wird heftig über mögliche Koalitionen spekuliert. Während ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer vermutet, dass sich SPÖ und FPÖ gegen den Alt-Kanzler Sebastian Kurz verschworen haben, erteilt der ehemalige blaue Verkehrsminister Norbert Hofer diesem Modell eine klare Absage: In einem Pressegespräch (Video oben) bekräftigt er jetzt, erneut Türkis-Blau anzustreben.

„Erste FPÖ-Spitzen sprechen sich offen für Rot-Blau unter Kanzler (Anm.: Hans Peter) Doskozil aus. Die rot-blaue Allianz nimmt also bereits jetzt, rund acht Wochen vor der Wahl, Form an. Das Motto lautet: Alle gegen Kurz“, fürchtet Nehammer am Mittwoch. Er vermutet, dass auch der Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer nicht abgeneigt sei, mit der FPÖ zusammenzuarbeiten. FPÖ-Chef Hofer würde dagegen den Kontakt zur ÖVP scheuen.

Hans Peter Doskozil (SPÖ, rechts) und Johann Tschürtz (FPÖ) (Bild: APA/ROBERT JAEGER)
Hans Peter Doskozil (SPÖ, rechts) und Johann Tschürtz (FPÖ)

Diese Spekulationen kann Hofer dagegen nicht nachvollziehen: Er kann zwar verstehen, dass der blaue Landeshauptmann-Vize Johann Tschürtz wegen der guten Zusammenarbeit eine rot-blaue Koalition auch im Bund begrüßen würde. „Auch ich schätze Hans Peter Doskozil“, ließ er wissen. Eine Koalition schließe er dennoch kategorisch aus. 

Hofer: Rot-Blau sei rechnerisch gar nicht möglich
Die SPÖ befände sich in einer Phase der Schwäche, weshalb diese Variante schon rechnerisch nicht möglich sei. Zudem würden weite Teile der SPÖ eine Koalition mit der FPÖ im Rahmen einer Ausgrenzungsstrategie weiterhin ausschließen, argumentierte der FPÖ-Chef. Hofer geht vielmehr davon aus, dass die SPÖ nach der Nationalratswahl nicht in der Regierung vertreten sein wird und außerdem hinter die FPÖ zurückfallen könnte. „Und ich werde sicherlich nicht den Dritten zum Ersten machen“, betont Hofer.

Pamela Rendi-Wagner, SPÖ (Bild: Zwefo)
Pamela Rendi-Wagner, SPÖ

Kein Treffen von Hofer und Kurz „in der Hitze des Wahlkampfes“
Auf die Vorwürfe, er würde den Kontakt zur ÖVP scheuen, reagierte der Bundesparteiobmann der FPÖ ebenfalls. Ein Meeting mit Alt-Kanzler Kurz habe derzeit keinen Sinn. „Bei mir ist ja ganz klar, was ich will - nämlich, dass ich diese Koalition fortsetzen will. Er habe Sebastian Kurz gebeten, das Gespräch erst nach der Wahl abzuhalten, damit wir dann die Dinge besrprechen können, die dann wirklich wichtig sind“, bestätigte Hofer einen entsprechenden Medienbericht. Mit SPÖ-Vorsitzender Pamela Rendi-Wagner und Grünen-Chef Werner Kogler hatte sich Kurz bereits getroffen, ein Termin mit NEOS-Obfrau Beate Meinl-Reisinger steht noch aus.

ÖVP-Chef Sebastian Kurz mit FPÖ-Chef Norbert Hofer (Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)
ÖVP-Chef Sebastian Kurz mit FPÖ-Chef Norbert Hofer

Nach der Absage des Gesprächstermins mit Kurz bekräftigte Hofer auch via Aussendung das Ziel der FPÖ, nach der Wahl die Koalition mit der ÖVP fortzusetzen. Voraussetzung dafür sei, dass die FPÖ so stark werde, dass sich eine Koalition der ÖVP mit den Grünen nicht ausgehe.

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