29.07.2019 12:12 |

Nach heftigem Unwetter

Dramatische Rettung in Höhle: Auch Tourist befreit

Gute Nachricht vom Höhlendrama in Baden-Württemberg: Auch der zweite eingeschlossene Mann, ein Tourist, ist gerettet worden. Das teilten die Einsatzkräfte an der Falkensteiner Höhle Montagmittag mit. Er sei wohlauf und werde vorsorglich in einem Krankenhaus untersucht. Zuvor hatten die Retter bereits den Höhlenführer aus seiner Notlage befreit. Steigende Wassermassen hatten den beiden Männern am Sonntagabend den Rückweg ins Freie abgeschnitten und einen Großeinsatz von Rettungskräften ausgelöst.

Bei den Eingeschlossenen handelte es sich nach Angaben der Polizei um einen Höhlen-Guide aus der Region sowie einen Kunden. Der Guide wurde, angesichts seiner Erfahrung, als Erster gerettet. Am späten Montagvormittag folgte der Tourist, teilten die Einsatzkräfte mit. Etwa 90 Retter waren im Einsatz.

Sie waren in der Nacht auf Montag in der Falkensteiner Höhle zu den beiden Männern vorgedrungen und hatten sie in der sogenannten Reutlinger Halle, einem größeren Hohlraum, mit Wärmedecken und warmem Essen versorgt. Gegen 1 Uhr konnte der 37-jährige Höhlenführer dann mithilfe der Einsatzkräfte die Falkensteiner Höhle bei Reutlingen verlassen. Er soll dabei auch gut zehn Meter getaucht sein, berichtete die „Bild“-Zeitung. 

„Leichtsinnig“ gehandelt
Am Sonntag gegen 17.21 Uhr war ein Notruf in der Leitstelle Esslingen eingegangen: Die beiden Männer waren in der fünf Kilometer langen Falkensteiner Höhle eingeschlossen. Ausgelöst wurde die Notlage durch heftigen Regen in der Region - und durch „Leichtsinn“ der beiden Männer, wie Einsatzleiter Michael Hottinger sagte. Bei dieser Wetterlage und dem starken Regen hätten sie demnach wissen müssen, dass die Senken in der Höhle volllaufen und so den Rückweg versperren könnten.

Wegen der starken Strömung konnte die Rettungsaktion erst in der Nacht gestartet werden. Über Sprechkontakt habe man sich laut Einsatzzentrale vergewissern können, dass die Lage im Griff sei. 

Die Falkensteiner Höhle liegt auf der Schwäbischen Alb zwischen Grabenstetten und Bad Urach und ist ein beliebtes Touristenziel. Auf der Website der Stadt Bad Urach heißt es, es handle sich um eine „aktive Wasserhöhle“, aus der der Fluss Elsach ins Freie entspringe. Und: Touren in die Höhle seien nicht ungefährlich. „Bei erwartetem Starkregen und Gewittern sind keine tiefen Touren in die Falkensteiner Höhle möglich. Zu empfehlen ist eine Tour mit einem erfahrenen Höhlen-Guide.“

Risiko wird immer wieder unterschätzt
Die Risiken eines Höhlengangs auf der Schwäbischen Alb werden nach Ansicht des Höhlenvereins Blaubeuren immer wieder unterschätzt. Viele gingen ohne ausreichende Ausrüstung in die Höhlen, sagte der Vereinsvorsitzende Markus Boldt am Montag. Zum Beispiel seien die Neoprenanzüge oft so dünn wie Surfanzüge. „Solche Leute kühlen dann schnell sehr stark aus, weil es in der Höhle neun Grad kalt ist.“

„Höhle kann schnell zur mit Wasser gefüllten Falle werden“
Unterschätzt werde auch die Geschwindigkeit, mit der sich die Höhlen auf der Alb mit Wasser füllen. „Vor allem die Falkensteiner Höhle kann innerhalb weniger Stunden zu einer randvoll mit Wasser gefüllten Falle werden.“ Man könne bei einem normalen Wasserstand zwar kilometerweit in diese Höhle hineingehen. „Im Gegensatz zu anderen Höhlen kann sie aber bei stärkerem Regen auch innerhalb von zwei bis vier Stunden anfangen zu fluten“, sagte Boldt, dessen Sohn an der nunmehrigen Rettungsaktion beteiligt war.

Gefährlich seien dann vor allem Schlüsselstellen wie zum Beispiel der erste Siphon, ein weitgehend unter Wasser stehender Teil der Höhle. „Da schrappen Sie schon an normalen Tagen mit der Nase an der Decke entlang.“

Erinnerungen an Höhlendrama in Thailand vor einem Jahr
Der Notfall in der Falkensteiner Höhle weckt Erinnerungen an das Höhlendrama mit einer Jugend-Fußballmannschaft in Thailand vor rund einem Jahr. Zwölf Burschen im Alter von elf bis 17 Jahren sowie ihr 25 Jahre alter Trainer waren im Juni 2018 bei einem Ausflug in eine Höhle im Norden des Landes vom steigenden Wasserspiegel überrascht und eingeschlossen worden.

Erst nach 17 Tagen kamen die letzten Eingeschlossenen frei. Rund um die Welt fieberten Menschen bei der spektakulären Rettungsaktion mit.

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