07.07.2019 14:24 |

NGO gegen Salvini:

„Er wollte Migranten wie Kartoffelsäcke behandeln“

Der Streit zwischen der NGO Mediterranea und Italiens Innenminister Matteo Salvini nach der Landung von 41 aus dem Mittelmeer geretteten Migranten auf der Mittelmeerinsel Lampedusa eskaliert nun völlig. Der Lega-Chef attackierte die Hilfsorganisation scharf, weil ihr Schiff Alex trotz eines Verbots in den Hafen eingelaufen war (siehe Video oben). Salvini forderte die Organisation zuvor auf, nach Malta weiterzufahren. Die NGO ignorierte das und kritisierte Salvini dafür: „Der Beschluss, uns nach Malta zu schicken, war reine politische Propaganda. Salvini wollte die Migranten wie Kartoffelsäcke behandeln“, so Sprecherin Alessandra Sciurba. Die Migranten durften mittlerweile auf Lampedusa an Land gehen.

Salvini attackierte die NGO Mediterranea scharf: „Das Schlauchboot mit den Migranten an Bord hatte keinerlei Problem“, kritisierte der Innenminister auf Twitter. Mediterranea habe die Migranten an Bord genommen, um sie trotz des Verbots nach Lampedusa zu bringen. „Dass das Schlauchboot seeuntauglich war, ist eine der Lügen der linken NGO“, schimpfte Salvini weiter.

Ermittlungen gegen NGO-Kapitän
Vier Stunden lang wurde das NGO-Schiff Alex nach der Landung der Migranten auf Lampedusa von der italienischen Polizei durchsucht, Dokumente und anderes Material wurden beschlagnahmt. Ermittlungen gegen Kapitän Tommaso Stella wurden wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung aufgenommen.

NGO: „Lage an Bord wurde unerträglich“
Die NGO kritisierte Salvini dafür, die Migranten nach Malta bringen zu wollen, obwohl die Fahrt dorthin viel länger als nach Lampedusa gedauert hätte. Sie sagte weiters, dass sie gezwungen worden sei, Lampedusa anzusteuern, da die Lage an Bord des Segelbootes vom hygienischen Standpunkt unerträglich geworden war. Der relativ kleine Motorsegler ist nach Angaben der Hilfsorganisation Mediterranea nur für 18 Menschen zugelassen.

Mit dem Beschluss, die Alex nach Lampedusa zu führen, folgte Mediterranea dem Beispiel des deutschen Rettungsschiffes Sea-Watch 3, das vor einer Woche trotz Verbots unter dem Kommando der Kapitänin Carola Rackete mit 40 Migranten nach Lampedusa brachte.

Rettungsschiff Alan Kurdi weiter auf Irrfahrt
Während das Schiff Alex erfolgreich anlegen konnte, befindet sich das Rettungsschiff Alan Kurdi weiterhin auf der Suche nach einem sicheren Hafen. Nach Lampedusa hat auch Malta dem deutschen Flüchtlingsschiff mit 65 Migranten an Bord am Sonntag das Anlegen verboten. Die Alan Kurdi hatte am Samstagabend Kurs auf Malta genommen, da ihr auf Lampedusa das Anlegen untersagt worden war. „Wir können nicht abwarten, bis an Bord der Notstand herrscht“, erklärte die Hilfsorganisation Sea-Eye auf Twitter. Am Sonntag teilte ein Sprecher der maltesischen Armee mit, das Schiff der Hilfsorganisation Sea-Eye dürfe nicht in die maltesischen Hoheitsgewässer einfahren.

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