01.07.2019 13:47 |

Experte im Talk:

„Gelsen vermehren sich jetzt explosionsartig“

Eine Billion Gelsen fallen im Moment über Österreich her. Der regenreiche Mai und der extrem heiße Juni haben den lästigen Blutsaugern beste Brutbedingungen beschert. Vor allem die regionalen Gebiete des Landes haben mit einer wahren Invasion zu kämpfen. Wie können solche enormen Mengen an Stechmücken überhaupt entstehen? Wie gefährlich ist die asiatische Buschmücke? Und wie schützt man sich am besten vor den Quälgeistern? Diese Fragen beantwortet der Gelsen-Experte Bernhard Seidel im krone.at-Talk mit Gerhard Koller. Das komplette Interview sehen Sie oben.

„Wir haben österreichweit eine Mixtur von verschiedenen Stechmückenarten, die jetzt latent vorhanden sind“, so Seidel. Die regenreiche Zeit im Mai hat dazu geführt, dass zwei bis drei der rund 40 in Österreich bekannten Arten nun locker an die eine Billion herankommen.

„Diese Überschwemmungsgelsen, die jetzt kurzfristig vorhanden sein werden, die kann man vorab unterbinden, indem man diese Wasserdynamik, durch die sie entstanden sind, dazu verwendet, sie wieder zu entfernen“, erklärt der Experte weiter. Das bedeutet, dass die durch die Hochwasser entstandenen Brutgewässer wieder austrocknen müssen. Bernhard Seidel spricht hier von der „Gelsenabstiegshilfe“: „Man muss den Gelsen eine Möglichkeit bieten, von den angestauten und gedämmten Bereichen wieder in den Fluss zu kommen, dort sind sie dann praktisch verschwunden.“

Zahl der tropischen Stechmücken steigt
Zusätzliche Gefahr gehe von der seit 2011 auch in Österreich ansässigen asiatischen Buschmücke aus: „Die schnelle Verbreitung dieser Art kann zur Folge haben, dass auch andere tropische Stechmücken hier Fuß greifen. Diese können dann durchaus in der Lage sein, auch Krankheiten wie Gelb- oder Denguefieber zu übertragen.“

„Es ist ganz wichtig, dass man sich auf die Stechmücken einstellt und sich Wissen ansammelt“, so der Tipp des Experten, wie man sich am besten dagegen schützen kann. „Wenn man auch die Kinder in Zukunft mehr aufklärt, haben wir zudem bald eine neue Generation, die sich mit diesem Thema noch besser auskennt.“

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