18.06.2019 13:49 |

Es ist ein „Saustall“

Abreise-Chaos, Müll: Die Nachwehen des Nova Rock

220.000 Menschen haben von 13. bis 16. Juni beim Nova Rock 2019 gefeiert - nun ist Schluss und im burgenländischen Nickelsdorf kehren langsam, aber sicher wieder Ruhe und Frieden ein. Trotzdem wird das Spektakel einigen Festivalbesuchern nicht nur aufgrund der gebotenen musikalischen Darbietungen noch lange in Erinnerung bleiben. Viele beklagen sich über das nach wie vor bestehende, gravierende Müllproblem sowie das jährliche Abreise-Chaos. Einsatzkräfte hingegen zeigen sich zufrieden. Auch wenn so viele Patienten wie noch nie behandelt werden mussten - die Zahl der Straftaten fiel vergleichsweise gering aus.

Bands wie Die Ärzte, Slash oder The Cure sorgten bei den meisten Fans für wahre Begeisterungsstürme. Doch wie jede Großveranstaltung hat auch das Nova Rock hinter den Kulissen mit mehr oder weniger schwerwiegenden Problemen zu kämpfen. Dieses Jahr etwa kritisierten viele Besucher die stundenlange Abreisezeit am Sonntagabend sowie das gravierende Müllproblem.

Abreise-Chaos verärgert Besucher
Die Polizei hatte zwar ein Verkehrskonzept entwickelt, um die An- und Abreise der Nova-Rock-Fans möglichst rasch und sicher zu ermöglichen. Der Großteil der Besucher aber verzichtete am letzten Tag des Festivals auf eine weitere Nacht am Gelände, sodass es bei der Abfahrt vom Festivalgelände trotz aller Vorkehrungen zu stundenlangen Verzögerungen kam.

Müll stinkt Besuchern zum Himmel
Auch die Tausenden Plastikflaschen, Bierdosen und verlassenen Zelte werden in den sozialen Medien heftig diskutiert. Riesige Müllberge finden sich auf dem gesamten Festivalgelände. Zwar nehmen viele Besucher ihren Mist wieder mit - bzw. entsorgen diesen direkt am Gelände -, doch werden die Rufe nach einer Erhöhung der Müllgebühr immer lauter.

Derzeit werden nur fünf Euro als Kostenbeitrag seitens des Veranstalters eingehoben, weitere fünf Euro bekommt zurück, wer zumindest einen halb vollen Müllsack vor Verlassen des Geländes abgibt.

VIP-Tickets als Anreiz
Dabei wurde vom Veranstalter ein eigener Hashtag ins Leben gerufen, der Besucher zur Vorher-Nachher-Challenge aufrief. Als Anreiz zum Müllsammeln wurden VIP-Tickets für 2020 in Aussicht gestellt. Kommentiert wurde die #notrash_nr19-Aktion unterschiedlich: „Das heißt, ich muss Müll machen, damit ich auch ein VORHER-Foto machen kann?“, schreibt etwa ein Nutzer auf Instagram.

Eine Userin kommentiert das Posting folgendermaßen: „Wäre halt nicer, wenn erst gar kein Müll gemacht wird. Wenn jeder eine Rolle Müllsäcke mitnehmen würde, und diese dann auch verwendet, wär‘s ja schon getan. Trotzdem eine nice Idee!“

Einsatzkräfte loben „disziplinierte Besucher“
Andere hingegen ziehen bezüglich des diesjährigen Nova-Rock-Festivals zufrieden Bilanz. Sowohl von der Polizei als auch vom Roten Kreuz wurden die Festivalbesucher für ihre Besonnenheit gelobt, verlief das Festival doch ohne aufsehenerregende Straftaten oder Zwischenfälle. Allein die hohen Temperaturen sorgten dafür, dass beim Roten Kreuz die Versorgungszahlen ein neues Rekordniveau erreichten. Grund dafür waren hitzebedingte Probleme wie Kollapse, Sonnenstiche und Sonnenbrände, aber auch alltägliche Verletzungen wie Schnitt- und Schürfwunden wurden erstversorgt. 3367 Behandlungen verzeichnet das Rote Kreuz insgesamt, Sanitäter mussten 1400 Einsätze mehr als im Vorjahr absolvieren.

Kaum Straftaten, Exekutive zufrieden
Was die Sicherheit betrifft, zeigte man sich bei der Polizei, die sich täglich mit rund 250 Personen aus drei Bundesländern kommend präsent zeigte, ebenfalls zufrieden - den „disziplinierten Besuchern“ sei Dank. Die Bilanz fiel für eine Großveranstaltung erfreulich aus: lediglich fünf Festnahmen, 162 erstattete Anzeigen, die zumeist Delikte wie Diebstähle von Handys, Taschen oder Rucksäcken betrafen. 1200 Alkovortests „entlarvten“ überdies 13 durch Alkohol und elf durch Drogen beeinträchtigte Autofahrer.

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