07.06.2019 15:37 |

SP empört:

Bio-Wende führt zum Streit

Kein Spritzmittel, kein Kunstdünger und artgerechte Tierhaltung - im Burgenland hat die rot-blaue Koalition die Bio-Wende ausgerufen. Die Grünen schätzen den Zwölf-Punkte-Plan. Bedenken äußern jedoch Landwirtschaftskammer und Bauernbund. Das Fass zum Überlaufen brachte Ex-Agrarministerin Elisabeth Köstinger.

Zum Auslöser des Schlagabtausches kam es zum Ende der Ära Köstinger als Agrarministerin. Die scheidende Ressortchefin hatte die Bio-Wende kritisiert. Alarmierend sei, wenn „im Burgenland der Umstieg auf den Biolandbau ohne Rücksicht auf die Marktnachfrage zwangsverordnet“ werde. So drohe ein Preisverfall, da es einen Markt für 100 Prozent Bio gar nicht gäbe, ließ Köstinger verkünden. Sie ortete sogar „aufkommende kommunistische Verhältnisse“. Das kam bei der SP im Burgenland nicht gut an. Ein erklärtes Ziel von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil ist die Bio-Wende. Dem pflichtet SP-Landesgeschäftsführer Christian Dax freilich voll bei: „Wir stehen zu unserem Bio-Weg. Es ist ein Skandal, dass Elisabeth Köstinger diese Bemühungen um gesunde Lebensmittel und eine intakte Natur so beschimpft.“

Die Ex-Ministerin habe auch schon das Spritzmittel Glyphosat wieder zugelassen, so Dax: „Wir wollen das Gegenteil.“ Auch im Burgenland stößt die SP auf Widerstand. Die Landwirtschaftskammer sowie der Bauernbund kritisieren, dass künftig nur noch Bio-Stallungen zugelassen werden sollen. „Die Aufregung ist unverständlich. Hier wird bewusste Verunsicherungspolitik betrieben“, reagiert SP-Landesrätin Astrid Eisenkopf.

Karl Grammer & Christoph Miehl, Kronen Zeitung

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