04.06.2019 16:50 |

Befremdlicher Empfang

Kein Handschlag zwischen Trump und May in London

US-Präsident Donald Trump ist im Rahmen seines Staatsbesuchs in Großbritannien am Dienstag in London mit der scheidenden Premierministerin Theresa May zusammengetroffen. Der erwartete Handschlag zwischen den beiden blieb aus (siehe Video oben), als Trump und First Lady Melania von May und ihrem Ehemann Philip im britischen Regierungssitz Downing Street empfangen wurden. Nach dem Termin lobte May in einer gemeinsamen Pressekonferenz zwar die „kostbare und tiefgreifende Freundschaft“ zwischen den Briten und den USA, betonte aber zugleich die Differenzen mit Trump.

So meinte die Premierministerin unter anderem, im Gegensatz zu den USA stehe Großbritannien zum Atomdeal mit dem Iran und zum Pariser Klimaabkommen. Beide Verträge hatte Trump einseitig aufgekündigt.

Verhältnis wegen Trump-Sagern erschüttert
Das Verhältnis der beiden ist erschüttert von Trumps öffentlicher Kritik am Brexit-Kurs der Regierungschefin und Sympathiebekundungen für ihren innerparteilichen Widersacher Boris Johnson, den er erst kurz vor seinem Staatsbesuch erneut über den grünen Klee gelobt und mit dem er vor dem Treffen mit May ein „freundliches und produktives“ Telefonat geführt hat.

„Brexit wäre sehr gut für Großbritannien“
Trump sprach sich in der Pressekonferenz erneut für einen Austritt Großbritanniens aus der EU aus: „Ich denke, es wäre sehr gut für das Land. Das ist ein großartiges, großartiges Land und es will seine eigene Identität und es will seine eigenen Grenzen“, meinte er.

Trump lockt mit „phänomenalem“ Freihandelspakt
Zudem lockte er mit einer umfangreichen bilateralen Wirtschaftskooperation bzw. einem groß angelegten Freihandelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien in naher Zukunft. „Die USA fühlen sich verpflichtet zu einem phänomenalen Pakt“, sagte er, der gemeinsame Handel könne um das Zwei- oder Dreifache ausgeweitet werden. „Es gibt ein riesiges Potenzial. Alles wird auf den Tisch kommen.“

Experten gehen davon aus, dass vor allem der Finanzsektor beider Länder mit den weltgrößten Finanzzentren in der Londoner City und der New Yorker Wall Street auf einen solchen Deal spekuliert. Offizielle Verhandlungen können allerdings erst beginnen, wenn Großbritannien die EU verlässt. Auch ein Verbleib in der Zollunion wäre für solche Pläne hinderlich.

Erneut faire Lastenteilung in der NATO gefordert
Weiters rief Trump einmal mehr zu einer fairen Lastenteilung in der NATO auf: „Alle Mitglieder des Bündnisses müssen ihre Verpflichtungen erfüllen.“ Einige Mitglieder, die er allerdings nicht namentlich nannte, täten das nicht, und „das können wir nicht zulassen“.

Berichte über Großdemonstrationen als „Fake News“
Berichte über die Großdemonstrationen gegen ihn in London tat Trump als „Fake News“ ab. Tatsächlich handle es sich um „sehr kleine Proteste“, sagte er. Im Zentrum der britischen Hauptstadt protestierten am zweiten Tag von Trumps Staatsbesuch Tausende Menschen gegen die Klima- und Abtreibungspolitik des US-Präsidenten. Vor dem Parlament ließen Aktivisten unter anderem einen riesigen Ballon in Form eines Trump-Babys mit Windeln aufsteigen.

Video: Hier trifft der US-Präsident auf „Baby-Trump“

US-Streit mit Mexiko: Strafzölle als Druckmittel
Zum Abschluss der Pressekonferenz meinte Trump angesprochen auf den Streit seiner Regierung mit Mexiko wegen der Grenzsicherung, die von ihm angedrohten Strafzölle gegen Einfuhren aus dem Nachbarland würden wohl kommen. „Millionen von Menschen fluten durch Mexiko, das ist nicht akzeptabel“, sagte er. Die Zölle würden ab 10. Juni gelten, wenn bis dahin nicht wirksame Maßnahmen gegen den Zustrom von Flüchtlingen aus Lateinamerika in die USA getroffen werden.

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