03.06.2019 10:03 |

Sport Austria Summit

„Thema ist definitiv in Europa angekommen“

eSport wird gerade heiß diskutiert - das beweist auch die Bundes-Sportorganisation, die ihre diesjährige ExpertInnentagung am 28. Mai 2019 ganz dem Thema eSport gewidmet hat. Als Gäste und Vortragende waren bei der Versammlung deshalb die Experten des eSport-Verband Österreich, ESVÖ Präsident Stefan Baloh und Vizepräsident Gerhard Hauser, eingeladen.

BSO-Präsident Rudolf Hundstorfer wies von Anfang an darauf hin, dass man an der Entwicklung, die gerade stattfände, nicht wegschauen könne und man sich auch als Bundes-Sportorganisation damit auseinandersetzen müsse. Digitalisierung findet an vielen Stellen statt und habe nicht nur negative Seiten für den Sport. Sie ermögliche zum Beispiel, dass an einem Judo-Wettkampf, bei dem 100 ZuschauerInnen vor Ort sind, Tausende weitere online zusehen können. Digitalisierung und Gaming bringen junge Menschen auch zum Sport und nicht zwingend davon weg. Bestehende Sportarten entwickeln sich weiter, so wie am Beispiel Fußball und FIFA zu sehen sei. Manche kämen über den aktiven Fußball zum eSport, bei anderen sei es umgekehrt. Es müsse hier ein Bogen gespannt werden, auch wenn viele - gerade aus dem klassischen Sport - dem kritisch gegenüberstehen. Denn Fakt sei, dass die Entwicklung stattfindet. Es sei deshalb notwendig, dass diese Dinge gemeinsam ausdiskutiert werden.

eSport ist in Europa angekommen
Präsident des eSport Verband Österreich Stefan Baloh und Vize-Präsident Gerhard Hauser führten die zahlreichen Gäste des Summits weiter an das Thema eSport heran. Der hohe internationale Status des eSports sei laut Hauser bereits klar und für Vergleiche ziehe man meist Asien heran. Jedoch sei der eSport mittlerweile auch in Europa angekommen. „Nur 400 Kilometer von Wien entfernt, gab es schon 2017 in der 300.000-Einwohner-Stadt Katowice in Polen, bei einem Turnier der ESL (Electronic Sports League), bereits 173.000 Besucher live vor Ort, um bei den digitalen Wettkämpfen in verschiedenen Spielen zuzusehen. Das Thema ist definitiv in Europa angekommen“, so Hauser. Die Professionalisierung des eSports entwickle sich auch langsam in Österreich weiter. „Die krone.at-eBundesliga wurde vor circa zwei Jahren ins Leben gerufen und gehe nun in die dritte Saison, hier wurde von Anfang an der ESVÖ als professioneller Partner miteingebunden und es fand eine Begegnung auf Augenhöhe statt“, so Baloh. Auch die A1 eSports League Austria schaffe es, die Ernsthaftigkeit des eSports in die Gesellschaft zu tragen.

Chancen für den traditionellen Sport
Der ESVÖ stellte drei Möglichkeiten, um als klassischer Sport den eSport zu seinem Vorteil zu nutzen und zu fördern. Kooperationen wie digitale Segel-Bundesligen, krone.at-eBundesliga und digitale Formel-1-Rennen finden bereits statt und bieten auch weiteren Sportarten die Chance, dieses Tool für sich zu nutzen. Andere Sportvereine gehen Engagements ein, indem sie ein eSport-Team sponsern und unter ihre Fittiche nehmen. Dieses wiederum vertrete den Sponsor dann auf Turnieren in der ganzen Welt. Ebenso sei es eine Möglichkeit, selbst ein Spiel herauszubringen. So sei man dann nicht immer auf Drittpublisher angewiesen und müsse sich nicht nach deren gegebenen Regeln, die sich jederzeit ändern können, richten. Dies könnte laut Baloh ein Ansatz für die zukünftige Zusammenarbeit von eSport und klassischem Sport sein. Abschließend wurde den Gästen nochmals mitgegeben, dass man an einem milliardenschweren, weltweiten Markt, der durch die intensive Nutzung neuer Medien eine Wachstumsrate von über 25 Przent jährlich verzeichnet, nicht die Augen verschließen könne.

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