01.04.2010 13:04 |

Vorbild Burgenland

Hälfte des Strom-Bedarfs wird durch Windkraft gedeckt

Überall redet man von Klimaschutz und erneuerbarer Energie – im Burgenland ist man aber schon weiter, hier werden bereits große Energiemengen klimafreundlich gewonnen. Schon jetzt gibt es im Burgenland 206 Windkraftanlagen mit 370 Megawatt Leistung – diese Anlagen decken dabei bereits knapp die Hälfte des burgenländischen Stromverbrauchs ab. Durch die Festsetzung des neuen Einspeistarifs mit 9,7 Cent pro Kilowattstunde (kWh) erhalten die Pläne der Windkraftproduzenten nun starken Auftrieb.
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Alleine auf der Parndorfer Platte – in den Gemeinden Andau, Halbturn, Mönchhof und Nickelsdorf – könnten 168 neue Windräder mit einer Gesamtleistung von 500 Megawatt (MW) errichtet werden, so Landeshauptmann Hans Niessl (SP) am Donnerstag in Weiden am See. Die Erweiterung der Eignungszonen ermögliche den Ausbau der Gesamtnennleistung von 400 auf 1.000 MW.

Burgenland festigt Führungsposition
Durch die neuen nun geplanten Standorte wird das Burgenland künftig mehr Strom erzeugen, als es selbst verbraucht. Mit diesen Plänen und mit den herrschenden Windverhältnissen wie an der Nordseeküste hat das östlichste Bundesland Österreichs nicht nur hierzulande die Nase vorn, sondern ist auch weltweit eine der führenden Windregionen.

Ziel der Energieautarkie kann erreicht werden
"Das Burgenland setzt voll auf Windkraft. Mit der gezielten Flächenwidmung weiterer Standorte für Windparks ist das Land entschlossen unterwegs, seine Energieautarkie-Ziele zu erreichen", freute sich Stefan Hantsch, Geschäftsführer der IG Windkraft Österreich. "Landeshauptmann Niessl war maßgeblich daran beteiligt, dass Anfang dieses Jahres ein bundesweiter Einspeisetarif von 9,7 Cent verordnet wurde. So kann der Ausbau nach Jahren des Stillstands endlich wieder losgehen. Das Burgenland kann hier allen anderen Ländern als Vorbild dienen", so Hantsch.

Windkraft spart 550.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein
Diese Ansicht bekräftigte auch Niessl: Das Burgenland wolle die erste Region in Österreich und in Europa sein, die 100 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbarer Energie – ausgenommen Wasserkraft – abdecke. Der Ausbau der Windenergie sei auch ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz. Durch die Windkraftnutzung würden schon derzeit 550.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart, was mehr als 51 Millionen Litern Heizöl entspreche.

Enorme Wertschöpfung prognostiziert
Insgesamt könnte es zu Gesamtinvestitionen von rund 1 Milliarde Euro kommen, rechnete Niessl vor. Zusätzlich zu den Baukosten sollen über 20 Jahre hinweg für Wartung, Betrieb und Instandhaltung weitere 220 Millionen Euro aufgewendet werden. Während der etwa vier- bis fünfjährigen Bauphase soll zudem eine Wertschöpfung von rund 100 Millionen Euro in der Region erzielt werden, 450 Arbeitsplätze würden direkt oder indirekt abgesichert. Schätzungsweise 30 Prozent der Investitionskosten würden aufgrund von Drittleistungen in Österreich umgesetzt.

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