16.05.2019 06:23 |

Prozess in Deutschland

Asylwerber sticht Bub (11) mit Messer nieder

Ein Asylwerber aus Eritrea steht in Deutschland vor Gericht, weil er den Sohn seiner Flüchtlingshelferin im Vorjahr fast getötet hätte. Der 26-Jährige soll den damals Elfjährigen in Bayern mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt haben.  

Beim Prozessauftakt am Mittwoch äußerte sich der Angeklagte nur zu seinem Motiv. So hätte er es nach eigener Darstellung ursprünglich auf die Mutter des Buben abgesehen, weil diese angeblich sein Handy gehackt und ein Nacktvideo von ihm verbreitet hätte. „Das hat mich im Kopf verrückt gemacht“, sagte er vor dem Landgericht Passau.

Asylwerber stach auf Buben ein und rief mehrmals: „Stirb!“ 
Weil die Mutter nicht zu Hause war, folgte der Mann aus Eritrea der Anklage zufolge dem Buben im Juli vergangenen Jahres in die Wohnung der Familie in Vilshofen. Dort habe er ein Küchenmesser aus der Hosentasche gezogen und auf das Kind eingestochen. Dabei soll er mehrfach „Stirb!“ gerufen haben.

Hund biss Asylwerber und rettete so den Buben
Der Bub erlitt Schnittverletzungen am Hals sowie an Armen und Beinen und musste operiert werden. Der Staatsanwaltschaft zufolge habe der Elfjährige versucht, sich gegen den Angreifer zu wehren, konnte sich aber erst losreißen, als der Hund der Familie den Täter biss. Der Bub ist seit der Tat in psychologischer Behandlung.

Asylwerber: „Ich war sechs Monate nur am Weinen“
Als die Staatsanwältin vor Gericht den letzten Satz der Anklage vorgelesen hatte, schlug der junge Mann die Hände vor dem Gesicht zusammen. Dann fing er stockend an, sich zu erklären. Das Nacktvideo habe er selbst gedreht, es aber wieder gelöscht. Über einen Freund will er dann erfahren haben, dass die Mutter des Buben sein Handy gehackt und das Video verbreitet haben soll. Seither wird er nach eigener Darstellung in den sozialen Medien beleidigt. „Ich war sechs Monate nur am Weinen“, sagte der 26-Jährige.

Bub kann noch immer nicht zur Schule gehen
„Der Bub hatte damit aber nichts zu tun?“, fragte der Richter. Der Angeklagte schüttelte den Kopf. Vor dem Prozess hatte er nach Angaben der Staatsanwaltschaft angegeben, dass er den Elfjährigen nicht habe verletzen wollen. In dem Prozess sind bis zum 6. Juni drei weitere Verhandlungstage angesetzt. Wie die „Bild“-Zeitung weiters berichtete, leidet der Bub auch fast ein Jahr nach der Tat noch immer an einer posttraumatischen Belastungsstörung und könne derzeit nicht in die Schule gehen. 

Die verzweifelte Mutter des Buben kann die Tat des Asylwerbers bis heute nicht nachvollziehen: „Wir haben ihm immer geholfen. Wir verstehen nicht, wieso er uns das angetan hat“, sagte sie gegenüber der „Bild“. 

Die Storykommentare wurden deaktiviert.

 krone.at
krone.at

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter