14.05.2019 16:07 |

Sicherung läuft noch

Feuerinferno in Wien: Brand wurde nicht gelegt

Erste Ergebnisse der Brandermittler nach dem Feuerinferno in Wien-Simmering haben ergeben, dass der Brand nicht gelegt worden ist! Weiterhin dauern die Sicherungsarbeiten in dem schwer in Mitleidenschaft gezogenen Gebäude an. Laut dem Sprecher der Wiener Berufsfeuerwehr, Gerald Schimpf, konnten am Montagabend die Bewohner der unteren Stockwerke vorübergehend in ihre Appartements zurückkehren, um Habseligkeiten zu holen. Bis sie endgültig in das Haus zurückkehren können, werde es aber noch dauern. Ende der Woche soll eine Stiege wieder für die Bewohner freigegeben werden.

„Brandstiftung ist auszuschließen“, sagte der Leiter der Brandermittlergruppe des Landeskriminalamtes, Armin Ortner, am Dienstag. Die Beamten haben mittlerweile auch den Entstehungsort des Feuers eingegrenzt. Demnach brach das Feuer es im Dachgeschoß im Bereich von drei Wohnungen auf der dem Enkplatz zugewandten Seite etwa zehn bis 20 Meter vom Eck zur Simmeringer Hauptstraße entfernt aus. „Diese drei Wohnungen müssen wir uns nun genauer ansehen“, meinte Ortner.

„Überprüfen und ausschließen“
Was die Brandursache betrifft, konnten die Ermittler bisher noch keine genaueren Eingrenzungen finden. „Es geht jetzt darum, dass wir mögliche Ursachen finden, überprüfen und ausschließen. Bis im Optimalfall nur mehr eine übrig bleibt“, erläuterte der Chefinspektor.

Video: 370 Bewohner haben bei Feuerinferno alles verloren

Ortner wies daraufhin, dass das Haus in den 50er-Jahren errichtet wurde. Dementsprechend alt sind auch die Installationen, was die Ermittler mit berücksichtigen. Dem damaligen Standard entsprechend sind auch die Brandschutzeinrichtungen, was eine mögliche Erklärung für die rasante Ausbreitung des Feuers über etwa 200 Meter wäre. Augenzeugen hätten von einer regelrechten Feuerwalze gesprochen.

Zutritt für Bewohner - aber nur kurz
Am Dienstagvormittag durften auch die restlichen Betroffenen, die nicht schon am Montag ins Haus geführt wurden, kurz in ihre Wohnungen, um persönliche Gegenstände zu holen. Man sei zuversichtlich, gegen Ende der Woche eine Stiege aufmachen zu können, wurde seitens der städtischen Gruppe für Sofortmaßnahmen betont.

Auch jenen Menschen, die in dem vom Feuer vernichteten Dachgeschoß gewohnt haben, wird angeboten, diesen Bereich zu besuchen - auch wenn sie dort ihre Wohnungen nicht mehr vorfinden werden. Man wolle aber auch diesen Menschen die Möglichkeit geben, sich ein Bild von der Situation zu machen. Psychologisch unterstützt werden die Betroffenen von einem Team der Akutbetreuung.

Arbeiten an Fachfirmen übergeben
In den stärker betroffenen Regionen - also im vierten Stock direkt unter dem zerstörten Dachgeschoß - sind auch statische Maßnahmen erforderlich. Die Feuerwehr habe an Ort und Stelle nach wie vor die Einsatzleitung über, sagte der Sprecher der Wiener Berufsfeuerwehr, Gerald Schimpf. Es gehe um die Koordination zwischen den Einsatzorganisationen und anderer an den Sicherungs- und Aufräumarbeiten beteiligten Organisationen. Die eigentlichen Arbeiten wurden aber „Stück für Stück“ an Fachfirmen übergeben.

„Große Solidarität“
Unterdessen hat die Caritas großes Echo auf ihren Spendenaufruf für die Betroffenen des Brandes erhalten. Klaus Schwertner, Geschäftsführer der Caritas der Erzdiözese Wien, sprach von „großer Solidarität und Bereitschaft zu helfen. Nachbarschaftshilfe funktioniert großartig“. Alle würden zusammenhelfen, „Bezirk, lokale Vereine, Kirchen“. Darüber hinaus hätten sich viele Simmeringer Firmen gemeldet, die unterstützen wollen. „Derzeit werden keine Sachspenden mehr benötigt. Es gibt bereits ein großes volles Lager“, sagte Schwertner.

Spendenkonto: RBI Raiffeisen Bank International
BIC: RZBAATWW
IBAN: AT16 3100 0004 0405 0050
Kennwort: Simmering/Großbrand

Auch bei den Wiener Linien war Rückkehr zur Normalität angesagt. Die Straßenbahnlinie 71 - wegen des Brandes im Bereich Enkplatz unterbrochen - verkehrte seit den Morgenstunden des Dienstags wieder normal.

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