27.04.2019 11:13 |

Vor letztem Auftritt

Kasperl-Papa Manfred Müller unerwartet gestorben!

Manchmal ist das Leben wirklich unerbittlich. Der Direktor des traditionsreichen Urania-Puppentheaters, Manfred Müller, ist tot. Völlig unerwartet starb der 69-Jährige an einem Herzinfarkt, wie die „Krone“ erfuhr. Am Sonntag hätte seine Abschiedsvorstellung über die Bühne gehen sollen. Einen Herzenswunsch hatte sich Müller aber noch erfüllen können: dass sein Puppentheater würdig weitergeführt wird. André Heller übernimmt. krone.at hatte Müller erst Anfang April zu einem großen Interview getroffen (siehe Video oben).

„Mein Bruder hat auf den Weg ins Bad einen Herzinfarkt erlitten. Die Nachricht hat uns tief getroffen“, erzählte Werner Müller der „Krone“. Manfred Müller habe sich laut seiner Familie schon sehr auf die Pension gefreut. Nun kann er sie nicht mehr genießen. Aber einen Trost gibt es, wie Müller Anfang des Monats auch krone.at-Redakteurin Pamela Fidler-Stolz gesagt hatte: „Die Ära Heller wird fantastisch werden.“

26 Angebote für den Kauf - und dann rief Heller an
Müller, der 51 Kasperlstücke geschrieben und das Urania-Puppentheater mehr oder weniger in Personalunion betrieben hatte, war sich sicher, in André Heller den Richtigen gefunden zu haben, um den Betrieb würdig weiterzuführen. Sonst wäre die Puppenbühne in der Urania jetzt möglicherweise Geschichte. Er habe im Vorjahr 26 Angebote gehabt, die ihm aber alle nicht wirklich zugesagt hatten, so Müller. Bis auf einen sei keiner der Interessenten aus der Kunstbranche gewesen, alles „Riesenfirmen, Konzerne“. Er sei schon verzweifelt gewesen, doch dann habe das Telefon geläutet - Heller habe ihn sprechen wollen.

Generationen erlebten die Abenteuer von Kasperl und Pezi
Mehr als vier Jahrzehnte erlebte Manfred Müller die Höhen und Tiefen des kleinen Puppentheaters am hinteren Ende der Wiener Urania mit, seit den 1990er-Jahren als Direktor und „Mädchen für alles“. In seinem Haus erlebten Generationen von Vorschulkindern und Schulanfängern die Abenteuer von Kasperl und Pezi, der Großmutti, der Hexe Serafine oder der Märchenfee. Nun sind die Vorstellungen fürs Erste abgesagt, bis Heller im Herbst übernimmt. Bereits verkaufte Karten werden rückerstattet.

Österreichische Kulturgeschichte
Die Urania und seine Puppen sind ein Stück österreichische Kulturgeschichte, auch wenn es längst andere Kasperlfiguren im TV gibt. Seit 1953 sendete der ORF, damals RAWAG, „Kasperl im Funkhaus“. Im Herbst 1957 strahlte der ORF die erste Fernsehsendung von „Kasperl und Pezi“ aus, die damals noch live gespielt wurde. Ab Herbst 1960 gab es dann die ersten Aufzeichnungen. Auch „Spin-offs“ wie das Betthupferl mit der Familie Pez - bis 1990 zu sehen - genießen noch heute Kultstatus.

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