27.03.2019 15:57 |

Thomas Schmid

43-jähriger Tiroler wird neuer ÖBAG-Alleinvorstand

Der ÖVP-nahe, 43 Jahre alte Tiroler Thomas Schmid ist zum Alleinvorstand der Staatsholding ÖBAG bestellt worden. Diese verwaltet die Staatsanteile an der Telekom Austria, der Post, der OMV und weiteren Unternehmen und hieß bis vor kurzem ÖBIB und früher ÖIAG. Schmid soll als neuer Geschäftsführer auch in die Aufsichtsräte von Beteiligungsunternehmen einziehen, in jenem der Lotterien etwa sitzt er bereits. Der 43-Jährige war seit mehreren Jahren Kabinettschef und Generalsekretär im Finanzministerium. Die Karriereleiter erklomm er in der Volkspartei.

„Alle Kapital- und Arbeitnehmervertreter haben die Entscheidung mitgetragen“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende, Helmut Kern, in einer Aussendung am Mittwoch die Bestelung Schmids.

Schmid war auch Pressesprecher von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser
Der offiziell parteilose Doppel-Magister - er ist Jurist und Politikwissenschafter - war schon Büroleiter von Ex-Bundeskanzler und ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel und in den Jahren 2004/2005 auch einmal Pressesprecher von Karl Heinz Grasser, als dieser Finanzminister war. Auch für die ÖVP-Minister Michael Spindelegger (Äußeres) und Elisabeth Gehrer (Unterricht) übernahm er, wie auch für den ÖVP-Abgeordneten zum Europäischen Parlament, Paul Rübig, die Tätigkeit des Sprechers. Begonnen hat dieser Karriereabschnitt im ÖVP-Parlamentsklub.

Spindelegger machte Schmid zum Kabinettschef im Finanzministerium
Spindelegger, als dessen Adlatus Schmid jahrelang galt, machte diesen Ende 2013 als Finanzminister schließlich zum Kabinettschef im Finanzministerium. Unter dem späteren Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) wurde Schmid zum Generalsekretär des BMF bestellt. In dieser Funktion wurde Schmid vom damaligen FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl unter anderen Personen rund um Anti-Terror-Schutzbauten am Ballhausplatz angegriffen - ÖVP und FPÖ befanden sich schließlich noch nicht in aktueller koalitionärer Partnerschaft. Schmid komme eine Schlüsselrolle beim Mauerbau zu, der einen massiven Schaden verursacht habe, kritisierte Kickl im September 2017, also im Wahlkampf zur vergangenen Nationalratswahl.

Gesamtportfolio der ÖBAG beläuft sich auf 23 Milliarden Euro
Die neue ÖBAG soll die Bundesbeteiligungen wieder aktiver managen als ihre Vorgängergesellschaft, sagte Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) zur neuen Staatsholding. Daher soll Schmid selbst in die Aufsichtsräte der Beteiligungsfirmen einziehen; am besten als Vorsitzender. Das Gesamtportfolio im Besitz aller Österreicher beläuft sich auf rund 23 Milliarden Euro. Ihr Beteiligungsportfolio ist auch größer als jenes der ÖBIB. So ist die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) unters ÖBAG-Dach gewandert. Die Verbund-Anteile bleiben zwar beim Finanzministerium, werden nun aber von der ÖBAG verwaltet. Schmid löst den Interimschef Walter Jöstl ab.

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