01.04.2019 06:04 |

Verdauung

Frühjahrsputz für Magen und Darm

Jetzt ist die beste Zeit, den Verdauungstrakt wieder in Schwung zu bringen. Mit frischer Kost, die reichlich Ballaststoffe enthält, lassen sich Stoffwechsel und Entschlackung ankurbeln, die Darmflora kommt wieder in Balance.

Der Jahreszeitenwechsel kann kurzzeitig auch die Verdauung stören. Dies hängt vor allem mit dem geänderten Hormonhaushalt zusammen. Da im Frühling und Sommer deutlich mehr Sonneneinstrahlung an den Körper gelangt, kommt es zu vermehrter Ausschüttung von Glückshormonen. Diese haben auch Einfluss auf den Magen-Darm-Trakt. Meist stellen wir auch mehr oder weniger unbewusst das Essverhalten um. Es stehen mehr Salate auf dem Speiseplan. Wir haben wieder mehr Lust auf frisches Obst und Gemüse und ernähren uns dadurch automatisch gesünder. Doch auch bei idealer Kost kann manchmal Mundgeruch auftreten. Etwa jeder Dritte bis Vierte leidet darunter. Meist entsteht der schlechte Atem direkt im Mund. Nur selten liegt die Ursache im Magen.

Was tun gegen Mundgeruch?
Die normale Mundflora besteht aus Billionen von Mikroben, etwa Fäulnisbakterien, die im Mundraum oder Rachen von Essensresten, abgestorbenen Zellen und Blut leben. Sie kleben an den Zähnen, in Zahnzwischenräumen, in Zahnfleischtaschen und besiedeln auch den Zungenrücken und Rachenraum. Diese Mikroorganismen ernähren sich aber nicht nur, sie scheiden auch aus, unter anderem Schwefel-Verbindungen, die unangenehm riechen. Außerdem kann ein trockener Mund dafür verantwortlich sein. Daher bemerken viele Menschen morgens nach dem Aufwachen schlechten Atem. Bekämpfen können Sie diesen mit richtiger Mundhygiene. Dazu gehört gründliches Zähneputzen, am besten zweimal täglich. Verwenden Sie dabei auch Zahnseide und Zwischenraum-Bürstchen. Experten empfehlen außerdem eine Zungenreinigung, um Bakterien und Belag zu entfernen. Achten Sie auf gesunde Ernährung, und trinken Sie reichlich, um Mundtrockenheit zu vermeiden. Das lässt Ihren Speichel fließen: Spucke desinfiziert und hält die Bakterien im Zaum. Greifen Sie zwischendurch öfter zu Kaugummis, sie regen den Speichelfluss an.

Einseitige Kost zerstört Darmflora
Hochkalorische Lebensmittel und wenig Abwechslung bei der Ernährung tragen dazu bei, dass sich die guten Darmbakterien nicht richtig vermehren können. Das System der Mikroorganismen gerät aus der Balance. Dies soll das Risiko von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Lebensmittelallergien, aber auch von Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Fettsucht und Diabetes sowie in der Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs erhöhen. Prim. Univ.-Prof. Dr. Ludwig Kramer, Facharzt für Gastroenterologie und Hepatologie aus Wien: „Zahlreiche Untersuchungen belegen die zentrale Rolle der Mikroorganismen, die unseren Verdauungsapparat besiedeln. Wir essen Obst und Gemüse, das unreif geerntet sowie über Tausende Kilometer transportiert wird. Vitalstoffe wie Vitamine bleiben dabei im buchstäblichen Sinn des Wortes auf der Strecke. Auch die Bewegungsarmut der Bevölkerung steigt. Früher waren arme Menschen dünn, heute sind sie dick. Die Ausbreitung der Fast-Food-Industrie korreliert eindeutig mit Übergewicht und Fettleibigkeit sowie mit der Zunahme an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.“

Ein Vergleich der Mikrobiotika im Darm von europäischen Stadt- und afrikanischen Landkindern zeigt: Spezielle Darmbakterien, deren Vermehrung durch eine fettreiche Ernährung begünstig wird und die mit der Entstehung von Darmkrebs in Verbindung gebracht werden, kommen im Verdauungstrakt der europäischen Kinder weitaus häufiger vor. Die nützlichen Helfer, also die Mikroorganismen im Darm, erfüllen eine Vielzahl von Aufgaben: Sie helfen bei der Aufschließung von Energie und Vitalstoffen aus unserer Nahrung, unterstützen den Verdauungsvorgang und das Immunsystem. Zudem sind sie ein wichtiger Bestandteil der Darmbarriere und helfen somit zu verhindern, dass Schadstoffe und Krankheitserreger von der Nahrung in den Körper gelangen. Man kann sich gut vorstellen, dass jede „Attacke“ auf diese „Mitbewohner“ weitreichende Folgen haben kann. Das Mikrobiom entwickelt sich in der frühesten Kindheit und passt sich während des gesamten Lebens an. Studien legen dar, dass eine gestörte Darmflora in der Kindheit nachhaltig gesundheitliche Folgen hervorruft. Zu den möglichen Gründen zählen unter anderem eine Kaiserschnitt-Geburt (kein Kontakt mit den Bakterien des Vaginaltraktes der Mutter), frühe Antibiotikaeinnahme und wenn Säuglinge nicht gestillt werden.

Eine Verarmung des Mikrobioms kann unterschiedliche Auswirkungen haben: Durch die Reduktion der Artenvielfalt im Verdauungskanal kommt es mitunter zur „Überwucherung“ mit krankheitserregenden Bakterien. Dadurch ist die Verdauung gestört, die Barrierefunktion des Darms herabgesetzt und krankheitserregende Stoffe gelangen dadurch leichter in den Körper. Ein verändertes Darmmikrobiom kann auch entzündliche Prozesse begünstigen. Im Frühjahr werden - durch leichtere Kleidung - auch Fettpölsterchen wieder sichtbarer. Deshalb ist der Wunsch, Gewicht zu verlieren, jetzt besonders hoch. Abnehmen kann bei gestörter Darmflora ebenfalls erschwert werden. Eine Studie der Universität Kopenhagen zeigt, dass Übergewicht eng mit der Darmflora verknüpft ist: Menschen, deren Darm zahlreiche unterschiedliche Bakterienstämme aufweist, haben ein geringeres Risiko, dick zu werden. Viele Studienteilnehmer mit geringer Mikrobenvielfalt litten zudem unter gestörtem Fettstoffwechsel und zeigten erste Anzeichen von Diabetes Typ 2. „Doch auch vermeintlich Gutes kann im Körper mitunter schlecht ,ankommen‘“, betont Prof. Kramer: „Zum modernen Gesundheitsbewusstsein gehört meist, so viel Obst und Fruchtsäfte wie nur möglich zu konsumieren. Diese enthalten reichlich Fruchtzucker, der lange Zeit mit Gesundheit gleichgesetzt wurde. Heute weiß man aber, dass auch dieser Zucker nicht in großen Mengen aufgenommen werden sollte.“ Dadurch kann nämlich die Leber überlastet werden. Das Risiko für eine sogenannte Fettleber steigt.

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Karin Rohrer-Schausberger, Kronen Zeitung

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