Staffelbewerb

ÖSV-Biathleten holen historische Silbermedaille

Olympia
27.02.2010 09:15
Österreichs Biathleten haben am Freitag im Herren-Staffelbewerb die Silbermedaille gewonnen. Simon Eder, Daniel Mesotitsch, Dominik Landertinger und Christoph Sumann holten damit die erste Staffel-Medaille der Olympia-Geschichte. Das ÖSV-Quartett musste sich über 4 mal 7,5 Kilometer nur dem Team aus Norwegen geschlagen geben. Bronze ging an Russland.

Der zweite Platz ist die erst insgesamt dritte Olympiamedaille für Österreichs Biathleten nach Bronze 2002 im Sprint von Wolfgang Perner (Dopingsperre nach Razzien in Turin 2006) und Silber in der Vorwoche von Sumann in der Verfolgung.

Die Stimmen zum Rennen findest du in der Infobox!

Nach einem Kopf-an-Kopf-Duell mit Norwegen über das gesamte Rennen, das von sehr feuchtem Schneefall beeinträchtigt war, hatte Sumann Ole Einar Björndalen im spannenden Finale nach einer Strafrunde im liegenden Anschlag ziehen lassen müssen. In einem fulminanten Zielsprint bezwang er aber den Massenstart-Olympiasieger Jewgenij Ustjugow und sicherte Österreich vor den Russen Silber.

Eder ohne Nachlader
Simon Eder, der bereits beim Weltcupsieg im Dezember 2009 in Hochfilzen Startläufer gewesen war, löste seine Aufgabe mit Bravour. Der 27-jährige Salzburger traf alle zehn Scheiben, ohne nachladen zu müssen. Er führte bis nach dem zweiten Schießen (stehend), auf der letzten Runde zog allerdings der Russe Iwan Tscheresow etwas davon. Eder übergab als Zweiter, knapp drei Sekunden hinter Russland und unmittelbar vor Deutschland und Schweden. 

"Immer in Schlagdistanz zu Medaillen"
Auf dem zweiten Abschnitt schob sich zunächst alles zu einer großen Gruppe zusammen. Daniel Mesotitsch leistete sich liegend zwar zwei Fehlschüsse, verlor 14 Sekunden beim Nachladen, machte dieses Manko aber im Laufen wett und kam mit der großen Gruppe zum zweiten Mal zum Schießstand. Auch im stehenden Anschlag musste der Kärntner einmal nachladen, dennoch bildete er danach mit dem Norweger Tarjei Boe, der sich im Finish absetzte, und dem Russen Anton Schipulin ein Spitzentrio. "Wir wollten immer in Schlagdistanz zu Medaillen sein, das ist geglückt", meinte Mesotitsch zufrieden.

Mesotitsch übergab als Zweiter mit 5,6 Sekunden Rückstand - kein Problem für den folgenden Superläufer Dominik Landertinger. Für zwei Mitfavoriten - Olympiasieger Deutschland (2006) mit zwei Strafrunden (Andreas Birnbacher) und der Olympia-Dritte Frankreich mit einer Strafrunde (Vincent Defrasne) - war das Rennen jedoch schon vor Halbzeit gelaufen. 

Landertinger übernimmt Führung
Dominik Landertinger hielt sich zunächst im Windschatten des 20-km-Olympiasiegers Emil Hegle Svendsen, nach nur einem Fehlschuss gegenüber zwei "Nieten" des Norwegers übernahm der 21-jährige die Spitze. Stehend schaffte er mit der Staffel, was ihm in den Einzelkonkurrenzen nie gelungen war: Der Hochfilzener schoss makellos, Svendsen verfehlte im dichten Schneefall eine Scheibe.

Der drittplatzierte Russe Maxim Tschudow lag zwar nur rund 20 Sekunden zurück, auf den vierten Rang (Schweden) hatte Österreich aber ein Guthaben von 1:07 Minuten. Landertinger führte zwar auf der Schlussrunde, abzusetzen vermochte er sich bei den extrem schwierigen Bedingungen aber nicht.

"Blackout" von Sumann
So lief alles - wie schon so oft im Weltcup - auf ein Finale zwischen Ole Einar Björndalen und Christoph Sumann hinaus, der wie der Norweger in Kanada zuvor auch eine Silberne geholt hatte. Doch ausgerechnet der Routinier, der schon bei beiden Staffel-WM-Medaillen (2005 und 2009) Schlussmann gewesen war, hatte im Liegend-Schießen ein "Blackout". Die ersten vier Schüsse lagen über dem Ziel, nach dem Maximum von dreimal Nachladen musste Sumann in die Strafrunde. Es war die einzige eines Österreichers an diesem Tag. Als Dritter hinter Norwegen und Russland hatte er aber noch eine halbe Minute Guthaben auf Rang vier.

Björndalen traf stehend alle Ziele und hatte damit selbst Hauptanteil am Gewinn seiner sechsten Olympia-Goldmedaille. Sumann kämpfte mit dem Massenstart-Olympiasieger Jewgenij Ustjugow um Silber und hatte im Ziel das bessere Ende für sich.

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