Do, 21. März 2019
16.02.2019 10:00

Groteske um Abkürzung

17.800 Zeugnisse werden wegen „islam.“ geändert

Eine Groteske um die „korrekte“ Bezeichnung für die islamisches Religionszugehörigkeit beschäftigte seit Donnerstag Tausende Lehrer in Oberösterreich. Sie mussten nämlich ganze 17.800 Zeugnisse ändern, erneut ausdrucken und unterschreiben. Statt „islam.“ steht nun „IGGÖ“ im betreffenden Feld, was der Glaubensgemeinschaft gar nicht recht ist.

„Wir haben um 15.10 Uhr per E-Mail von der Bildungsdirektion die Weisung bekommen, dass alle Zeugnisse von muslimischen Kindern umgeändert werden müssen“, stöhnen Lehrerinnen einer Linzer Brennpunktschule über den unerwarteten Auftrag, der wenige Stunden vor Schulschluss eingetrudelt war.

Schon seit Herbst bekannt
Aus der Bildungsdirektion heißt es auf „Krone“-Anfrage: „Grundsätzlich war diese Änderung im Herbst schon bekannt. Wir haben jetzt nachgefragt und gemerkt, dass die Vorgabe bei vielen Schulen nicht umgesetzt worden ist. Deswegen die Weisung. Im höheren Schulbereich wie AHS gibt es das Problem nicht, weil hier eine zentralverwaltete Schulsoftware verwendet wird.“

„IGGÖ“ statt „islam.“
Doch worum geht es? Das Kultusamt besteht darauf, dass statt „islam.“ (Abkürzung für islamisch, Anm.) auf den Schulnachrichten nun „IGGÖ“ steht, das ist die Abkürzung für „Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich“. Doch die IGGÖ will das gar nicht, verwehrt sich dagegen und bietet auf ihrer Homepage Formulare für Einsprüche zu Download an an: „Leider war das Bildungsministerium nicht bereit, uns unser Religionsbekenntnis auf den Zeugnissen unserer Kinder zurückzugeben.

Einsprüche sinnlos
“Viele Eltern lehnen die Semesterzeugnisse mit dem fehlenden/falschen Religionsbekenntnis ab“, so die IGGÖ-Führung. Tatsächlich sind diese Einsprüche sinnlos, weil die Schulnachrichten juristisch gesehen gar keine Dokumente sind.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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