15.02.2019 13:37 |

8.000 Euro Schaden

3 Einbrüche in Apotheke: 15 Monate für Süchtigen

Nach drei Apotheken-Einbrüchen in Ferlach ist am Freitag ein 25-Jähriger aus dem Bezirk Klagenfurt-Land vor Gericht gestanden. Er wurde von Richter Gernot Kugi zu 15 Monaten Haft, fünf davon unbedingt, verurteilt und nahm das Urteil an.

Der bisher unbescholtene Kärntner, der seit Jahren keinen Job hat, hat die Schiebetür der Apotheke in Ferlach aufgebrochen. Drinnen nahm er das Geld aus der Kasse und bediente sich am Medizinschrank, in dem Suchtgiftpräparate aufbewahrt werden. Der Angeklagte sagte bei der Einvernahme, dass er pleite gewesen war und dringend Drogen gebraucht hätte. Er wollte nicht seine Mutter um Geld bitten, da sie ihn ohnehin schon durchfüttern muss.

Diese Apotheke habe er ausgesucht, weil sie in der Nähe seines Wohnortes liege. Und weil alles so einfach war, kam er bald wieder. Beim dritten Mal blieb es beim Versuch; er wurde nämlich geschnappt. Der 25-Jährige legte vor der Polizei ein umfassendes Geständnis ab, auch vor Gericht gab er alles zu.

Der Mann, der seit Jahresanfang in U-Haft sitzt, sagte, dass die Sucht ihn dazu gebracht habe. Er wolle jedoch davon wegkommen. Der Angeklagte sagte auch, dass er bereits die Zusage für einen Therapieplatz habe. Der Verteidiger warf ins Rennen, dass sein Mandant bereits 450 Euro an Gutmachung an die Apotheken-Besitzerin gezahlt habe. Der Gesamtschaden betrug 8.000 Euro Schaden.

Die Strafe fiel trotz Unbescholtenheit und Geständnis mit 15 Monaten relativ streng aus. Richter Kugi: „Aus generalpräventiven Gründen müsse ein Teil der Strafe unbedingt ausgesprochen werden.“ Es gehe nicht an, dass Süchtige einfach in Apotheken einbrechen und sich dort bedienen würden. Wenn das Urteil rechtskräftig ist, könne man sich aber Gedanken darüber machen, Therapie statt Strafe zu verordnen. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

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