13.02.2019 12:00 |

„Team Kurz“ antwortet

So reagiert der Kanzler auf den „Fall David“

„Es muss sich etwas ändern in diesem System.“ Mit dieser Bitte wandten sich Davids Eltern via Facebook an Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Vor mehr als neun Monaten war ihr einziges Kind gestorben – nach einer misslungenen Mini-Operation im Salzburger LKH. Das „Team Kurz“ bekundete Mitleid und bedankte sich.

Edda P. und Thomas G., Davids Eltern, kämpfen seit dem Tod ihres Kindes um Gerechtigkeit. Und wandten sich damit an Politiker: Nun meldete sich auch das Team von Kanzler Sebastian Kurz, eine Woche nachdem die Eltern via Facebook um Unterstützung gebeten hatten. Kurz ließ über sein Team sein Beileid ausrichten, bedankte sich und regte „Initiativen“ zur Verbesserung des Gesundheitssystems an – siehe unten.

Es ist nicht die erste Politik-Reaktion in dem tragischen Fall, den die „Krone“ publik machte: Landeschef Wilfried Haslauer lud die Eltern bereits zu einem Gespräch. Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein ließ einen ihrer Mitarbeiter antworten. Und auch im Landtag ist der Fall angekommen: Nach Neos, SPÖ und ÖVP rührten sich auch die Grünen. Tenor: „Die SALK muss die Krisenkommunikation verbessern.“

Währenddessen laufen die Ermittlungen gegen fünf Ärzte: zwei Gutachter werken an ihren Expertisen.

Hintergrund: Im April 2018 starb der 17 Monate alt Bub. Trotz vollen Magens wurde das Kind im LKH unter Narkose gesetzt und operiert. Wegen eines Blutschwämmchens. Beim Eingriff atmete David Erbrochenes ein, sein Hirn bekam nicht genügend Sauerstoff. Laut Gerichtsmedizin war dies auch die Todesursache: Hirntod als Folge der OP. Sachverständige sprachen von Regel-Missachtung. Beispiel: Nicht einmal ein EKG war angeschlossen.

Antonio Lovric
Antonio Lovric

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