12.02.2019 11:57 |

Antisemitische Worte:

Muslimischer Abgeordneter tut Tweet leid

Nachdem die muslimische US-Abgeordnete Ilhan Omar am Wochenende mit einem antisemitischen Twitter-Eintrag viel Staub aufgewirbelt hat, bat die 37-jährige Demokratin nun um Verzeihung für ihren Tweet. Omar hatte geschrieben, die israelfreundliche Haltung in den USA gehe auf Spenden einer proisraelischen Lobbygruppe zurück. Sowohl Republikaner als auch Demokraten warfen ihr daraufhin vor, antisemitische Stereotype zu verbreiten. Ihre Parteigenossin Nancy Pelosi, Vorsitzende des Repräsentantenhauses, forderte eine „sofortige“ Entschuldigung. Dieser Aufforderung kam Omar am Montag nach.

Die aus Somalia stammende Demokratin hatte am Sonntag für Empörung gesorgt, als sie als Reaktion auf Kritik eines Republikaners der Lobbygruppe Aipac unterstellte, mit ihrem Geld für eine proisraelische Stimmung zu sorgen. Der demokratische Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses im Repräsentantenhaus, Eliot Engel, bezeichnete es als „schockierend, dass sich ein Kongressmitglied auf den antisemitischen Begriff des ,jüdischen Geldes‘ beruft“.

Omar bat um Verzeihung
Nach der heftigen Kritik bat Omar am Montag um Verzeihung. Sie sei ihren Kollegen dankbar dafür, dass sie sie über die schmerzliche Geschichte antisemitischer Stereotype aufgeklärt hätten, erklärte sie auf Twitter. Es sei nie ihre Absicht gewesen, ihre „Wähler oder jüdische Amerikaner im Allgemeinen zu verletzen“.

„Müssen immer bereit sein, einen Schritt zurückzutreten“
„Wir müssen immer bereit sein, einen Schritt zurückzutreten und über Kritik nachzudenken, genauso wie ich es von den Leuten erwarte, dass sie mir zuhören, wenn andere mich wegen meiner Identität angreifen“, schrieb Omar, die bei den Kongresswahlen im November als eine der ersten beiden muslimischen Frauen ins US-Parlament gewählt worden war. Deshalb wolle sie sich in aller Form entschuldigen.

Gleichzeitig bekräftigte sie jedoch, dass die Rolle von Lobbyisten in der Politik weiterhin problematisch sei - egal, ob es um den Einfluss von Aipac, der US-Waffenlobby oder der fossilen Brennstoffindustrie gehe. „Dies geht nun schon zu lange so, und wir müssen bereit sein, darüber zu sprechen“.

Tweet wirbelte viel Staub auf
Omar hatte am Sonntag mit Blick auf die proisraelische Lobbyorganisation Aipac den Satz „It‘s all about the Benjamins baby“ („Es geht alles um die Benjamins, Baby“) getwittert. Dies ist eine Anspielung auf die 100-Dollar-Banknote mit dem Bild des US-Gründervaters Benjamin Franklin (1706-1790). Omar wurde so verstanden, sie wolle damit sagen, dass Geld die Haltung der US-Abgeordneten zu Israel bestimme.

Am Montag schaltete sich auch Donald Trump in die Debatte ein. Omar solle sich „schämen“, sagte der US-Präsident. Ihre Äußerung sei „schrecklich“ gewesen und er glaube nicht, dass ihre Entschuldigung angemessen sei.

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