Fr, 22. Februar 2019
03.02.2019 12:30

Historischer Besuch

Papst beginnt Reise auf Arabischer Halbinsel

Der Pontifex bricht heute - als erstes Katholiken-Oberhaupt - zu einem historischen Besuch in die Vereinigten Arabischen Emirate auf. Bis Dienstag wird Franziskus Abu Dhabi besuchen. Vor seiner Reise hat er die Krise im Jemen angesprochen - und damit auch seine Gastgeber. „Ich verfolge mit großer Sorge die humanitäre Krise im Jemen. Die Bevölkerung ist erschöpft von dem langen Konflikt und viele Kinder leiden an Hunger“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag kurz vor seinem Abflug nach Abu Dhabi vor Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom.

Im Zentrum der Reise in das islamische Land steht ein interreligiöses Treffen, das am Montag beginnt. Daran sollen Hunderte Vertreter verschiedener Religionen teilnehmen. Franziskus, der seit Beginn seiner Amtszeit den Dialog zwischen Muslimen und Katholiken fördert, muss sich aber auch heiklen Themen, wie etwa dem Krieg im Jemen, stellen. Die Emirate sind dort Teil der von Saudi-Arabien angeführten Militärallianz. Bei den Angriffen kommen immer wieder Zivilisten ums Leben.

Menschen im Jemen von Krise „erschöpft“
Mit Spannung wird erwartet, ob sich Franziskus dazu direkt äußern wird. In der Vergangenheit hatte er den Konflikt angeprangert, auch kurz vor seiner Reise hat er Besorgnis ob der humanitären Krise im Jemen geäußert. Der Papst rief zu Gebeten für die Bevölkerung und für den Frieden im Jemen auf. Er bat auch um diplomatische Bemühungen, damit die bereits abgeschlossenen Abkommen respektiert werden.

900.000 Katholiken in den Emiraten
Im Gegensatz zu anderen arabischen Staaten wie zum Beispiel Saudi-Arabien sind Christen in den Emiraten frei, ihre Religion auszuüben und Kirchen zu bauen. Der Vatikan spricht von etwa 900.000 Katholiken in dem Land, rund zehn Prozent der Bevölkerung. Ein Großteil der Bevölkerung sind Migranten, die vor allem aus Asien zum Arbeiten in reiche Städte wie Abu Dhabi oder Dubai gekommen sind. Die Kluft zwischen Arm und Reich und Migration im Allgemeinen sind weitere Themen, die Franziskus am Herzen liegen.

Emirate wollen mit dem Besuch Toleranz demonstrieren
Organisationen wie Amnesty International weisen jedoch auch auf Menschenrechtsverstöße hin; Aktivisten säßen in Haft. Auch gilt in den Emiraten noch die Todesstrafe - eine Maßnahme, die Franziskus strikt ablehnt. Amnesty erklärte, die Emirate versuchten, sich mit dem Pomp um den Besuch einen Anstrich der Toleranz zu geben. „Es braucht mehr als symbolische Treffen, um die entsetzliche Menschenrechtslage in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu übertünchen“, sagte Nahost-Expertin Lynn Maalouf in einer Mitteilung.

130.000 Gläubige erwartet
Nach der Ankunft stehen am Sonntag noch keine Termine für den Papst auf dem Programm. Am Montag wird er offiziell von Kronprinz Mohammed bin Said Al-Nahjan empfangen. Danach ist ein Treffen mit dem Muslimischen Ältestenrat in der Scheich-Said-Moschee vorgesehen. Abschließend hält Franziskus auf dem interreligiösen Treffen eine Ansprache. Am Dienstag werden zu einer Messe in einem Sportstadion rund 130.000 Gläubige erwartet - viele sollten auch aus den Nachbarstaaten anreisen.

Für den Papst ist wichtig, dass die Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate und die bevorstehende Marokko-Reise im März in ein Jahr fallen, in dem die katholische Kirche das Jubiläum „800 Jahre Begegnung zwischen Franz von Assisi und Sultan Malik al-Kamil“ begeht, meldet Kathpress. „Damals besuchte der Heilige Franz von Assisi den Sultan von Ägypten. Über die Fronten hinaus kam es zu einer freundschaftlichen Begegnung. Und ich denke, dass der Papst hier auch ein Zeichen setzt: Dass wir Brücken bauen müssen, auch wenn wir nicht dasselbe und das Gleiche glauben.“ Diese Begegnungen seien Zeichen, die gegenüber den Muslimen wichtig seien, weil sie „sehr positiv auf solche Zeichen reagieren“, betonte der Bischof von Abu Dhabi, Paul Hinder, laut Kathpress in „Vatican News“.

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