01.02.2019 13:54 |

Erntet Spott dafür

Macron vergleicht sich mit „Gelbwesten“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ging bisher in Etappen auf die „Gelbwesten“ zu. Er erhöhte den Mindestlohn, legte Treibstoffpreiserhöhungen auf Eis und startete eine landesweite Debatte über Reformideen. Nun sieht sich der von vielen Menschen als „Präsident der Reichen“ kritisierte Staatschef bereits selbst als „Gelbweste“. „Wenn eine ,Gelbweste‘ jemand ist, der für eine bessere Bezahlung der Arbeit eintritt und für eine bessere Funktionsweise des Parlaments, dann bin ich auch eine ,Gelbweste‘“, sagte Macron gegenüber Medien.

In dem Interview unter anderem mit dem Nachrichtensender BFM-TV und der Zeitung „Le Figaro“ vom Donnerstagabend zog Macron auch Umfragen in Zweifel, wonach mehr als 50 Prozent der Franzosen die Sozialbewegung unterstützen, die seit zweieinhalb Monaten gegen ihn demonstriert. Zugleich betonte der Präsident, er habe aus den Protesten gelernt. Angesichts der Empörung über viele seiner als arrogant empfundenen Äußerungen werde er seine Worte künftig sorgfältiger wählen.

Aktivisten sprechen von „neuer Provokation“
In den sozialen Netzwerken ergoss sich nach dem missglückten Vergleich Spott über den 41-jährigen Staatschef. „Hahaha. Der Präsident der Reichen eine ,Gelbweste‘“, schrieb eine Nutzerin auf Twitter. Ein anderer nannte Macrons Worte eine „neue Provokation“. Viele kündigten an, am Samstag erneut gegen den Präsidenten auf die Straße zu gehen.

„Gelbwesten“ treffen auf „Rote Schals“
Die „Gelbwesten“ demonstrieren seit November gegen die Reformpolitik von Macron, für eine Stärkung der Kaufkraft und mehr direkte Demokratie. Bei Protesten liefern sich Demonstranten immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei. Seit der Vorwoche gehen allerdings auch die sogenannten Roten Schals auf die Straße, um ihre Solidarität mit Macron zur Schau zu stellen. Unter dem Motto „Stopp - jetzt reicht‘s“ demonstrieren sie gegen die Gewalt bei den „Gelbwesten“-Protesten.

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