Sa, 23. Februar 2019
23.01.2019 06:00

„Wie Alkolenker“

Regierung prüft härtere Strafen für Lawinen-Sünder

Die Schneemassen werden nach den zahlreichen Todesfällen in den Bergen zum Politikum: Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) kündigen mehr Härte im Umgang mit jenen an, die achtlos in ungesicherte Hänge fahren. Strafen gibt es zwar schon jetzt - nicht aber, wenn niemand gefährdet oder verletzt wird.

Was tun mit jenen rücksichtslosen Wintersportlern, die Absperrungen und Warnungen zum Trotz in gefährliche Hänge fahren - und so vielleicht Retter und andere Einsatzkräfte in Gefahr bringen?

Strafen als Abschreckung
Das Strafrecht sieht, sofern niemand konkret gefährdet oder verletzt wird, de facto keine Konsequenzen vor. Das ist manchen zu sanft. Der Tiroler Landtagsabgeordnete Anton Mattle (ÖVP) etwa trat jüngst eine Debatte los, indem er forderte, unabhängig von den Folgen Strafen auszusprechen, wenn jemand in einen Lawinenhang fährt. So erziele man eine abschreckende Wirkung, meinen Befürworter des Vorstoßes. Doch Experten äußerten sich kritisch. Von etlichen Seiten hieß es, die aktuelle Rechtslage sei ausreichend, neue Fahrverbote widersprächen der Skifahrer-Freiheit und wären zudem schwer zu exekutieren.

„Genauso fahrlässig wie ein Alkolenker“
Nicht so die türkis-blaue Bundesregierung: Kanzler Kurz erklärte nun, dass härtere Strafen, wie sie auch zahlreiche „Krone“-Leser wollen, sehr wohl geprüft werden sollen. „Es kann nicht sein, dass leichtsinniges Verhalten und das Ignorieren aller Warnungen das Leben anderer gefährdet.“ Laut Vizekanzler Strache handelt „ein Skifahrer, der in gesperrte Hänge fährt, genauso fahrlässig wie ein Alkolenker“.

Bei „Lawinen-Gipfel“ werden Verschärfungen diskutiert
Details verlauteten die beiden vorerst nicht, der Vorstoß bleibt vage. Genaues will die Regierung mit den wichtigen Akteuren der Berge besprechen. Bei einem „Lawinen-Gipfel“ mit Bergrettung, Lawinenkommissionen und Gemeindebund (Bürgermeister übernehmen bei Lawinen Führungsrollen) sollen Verschärfungen erarbeitet werden.

Video aus dem Archiv: So kämpft das Bundesheer gegen die Schneemassen

Änderungen frühestens nach der Hochsaison
Über die Bühne gehen wird dieses Treffen jedoch erst frühestens Ende Februar. Der Grund für die Verzögerung, wie im Kanzleramt erklärt wird: Erst soll noch der Stress der Ski-Hochsaison abgewartet werden.

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