17.01.2019 11:34 |

Steuerzahler gefordert

2 Asylwerber im Privatjet um 165.000 € abgeschoben

In Deutschland sorgt die Luxus-Abschiebung von zwei abgelehnten Asylwerbern für Kopfschütteln: Die beiden Männer wurden in einem Privatjet von Niedersachsen in ihr Heimatland Elfenbeinküste überstellt. Kosten des Unterfangens für die Steuerzahler: satte 165.000 Euro!

Das Verwaltungsgericht Hannover hatte die Klage eines 26-jährigen Ivorers, der 2015 nach Deutschland eingereist war, gegen seine Abschiebung in die Heimat abgelehnt, wie die „Bild“-Zeitung am Donnerstag berichtet. Zudem wurde entschieden, auch gleich seinen 29-jährigen Landsmann, der seit Mai 2018 ausreisepflichtig war, mit ins Flugzeug zu setzen.

Bei Abschiebeversuchen stets heftig randaliert
Allerdings zweifelten die Behörden offenbar daran, dass eine reibungslose Abschiebung möglich sei. Der Grund dafür: Bei vorangegangenen Abschiebeversuchen hatte der 26-Jährige so heftig randaliert, dass die Beamten mit ihm wieder umkehren mussten.

Privatjet gebucht, um Risiko für Passagiere auszuschließen
„Ein erneuter Versuch, ihn im Linienflugzeug abzuschieben, war daher nicht Erfolg versprechend“, meinte Svenja Mischel vom niedersächsischen Innenministerium zur „Bild“. Man habe sich daher entschlossen, eine private Chartermaschine zu buchen, um ein Risiko für andere Passagiere auszuschließen.

Beamte, Mediziner und Dolmetscher mit an Bord
Und so hob also ein Privatjet mit den beiden Männern an Bord vom Flughafen Düsseldorf Richtung Elfenbeinküste ab. Mit dabei: mehrere Beamte und Mediziner sowie ein Dolmetscher. Kosten für die Luxus-Abschiebung: 165.000 Euro!

Frontex zahlte Abschiebung, Steuerzahler finanzieren Frontex
Wie die Mitarbeiterin des sächsischen Innenministeriums ausdrücklich betonte, sei dafür weitgehend die EU-Grenzschutzagentur Frontex aufgekommen. Allein: Das Frontex-Budget setzt sich hauptsächlich aus Beiträgen der Schengen-Mitgliedsstaaten zusammen. Und damit kamen einmal mehr die Steuerzahler zum Handkuss.

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