So, 17. Februar 2019
15.01.2019 19:28

Von Lawine erfasst

Skifahrer in Lech vermisst: Suche abgebrochen

Früher als erwartet hat im Vorarlberger Lech mit Maßnahmen für die Suche nach jenem 28 Jahre alten Skifahrer aus Deutschland begonnen werden können, der am Samstag bei einem Lawinenabgang in die Tiefe gerissen worden war. Der Abgang der Schneemassen am „Langen Zug“ nördlich der Rüfikopf-Bahn hatte drei Tote gefordert. Am Dienstagvormittag erlaubte die Wetterlage einen Erkundungsflug zum Lawinenkegel. Die Suche nach dem Vermissten musste am frühen Abend jedoch erneut ergebnislos abgebrochen werden.

Vom Helikopter aus wurde versucht, Signale des Lawinenpiepsers des Deutschen zu lokalisieren, wie der Lecher Bürgermeister Ludwig Muxel erklärt hatte. Auch könne so die derzeitige Situation beurteilt werden, eine Lawinenkommission danach entscheiden, ob im Gebiet Lawinensprengungen notwendig sind, um die Helfer gefahrlos mit der Suche nach dem Vermissten beginnen zu lassen, hieß es am frühen Dienstagnachmittag.

Signale konnten jedoch nicht empfangen werden. Zudem wurde entschieden aus Sicherheitsgründen an den Hängen des Wöstertales Lawinensprengungen durchzuführen. Im Anschluss daran versuchten die Einsatzkräfte durch den Tiefschnee zur Unglücksstelle zu gelangen - doch es sollte sich als überaus schwieriges, letztlich nicht durchführbares Vorhaben herausstellen. Aufgrund des meterhohen Schnees und umgestürzter Bäume habe man nicht zur Stelle vordringen können - die Suche nach dem vermissten Deutschen musste deshalb am frühen Abend ein weiteres Mal ergebnislos abgebrochen werden. Einen neuerlichen Versuch wolle man am Mittwoch starten, hieß es.

Lage zuletzt zu gefährlich
An den letzten beiden Tagen hatten dichter Schneefall und Wind die Suche nach dem Vermissten nahezu unmöglich gemacht - zu gefährlich war die Lage aufgrund des extremen Schneefalls. Eindringlich war jedoch auch am Tag des Unglücks vor der Lawinensituation gewarnt worden. Es herrschte Warnstufe 3, Fahrten abseits der markierten Piste bedeuten akute Lebensgefahr.

Abfahrt mit 80 Prozent Gefälle
Und dennoch entschloss sich der 28-Jährige gemeinsam mit drei Begleitern im Alter von
32, 36 und 57 Jahren am Samstag dafür, die derzeit gesperrte Route zu befahren. Der „Lange Zug“ zählt überdies zu einer der steilsten Abfahrten weltweit - an ihrer steilsten Stelle beträgt das Gefälle unglaubliche 80 Prozent - bei 79 Prozent Gefälle rasen übrigens die Skispringer auf der Schanze in Bischofshofen in die Tiefe.

Wenig später ging bereits eine Lawine ab, erfasste die vier Männer aus Oberschwaben und riss sie in die Tiefe. Drei von ihnen konnten in der Nacht auf Sonntag von Suchmannschaften unter großer Gefahr geborgen werden. Die Alpinisten waren zwar mit Airbags ausgerüstet gewesen. Die Schneemengen waren jedoch derart enorm, dass sie dennoch verschüttet und in drei Metern Tiefe gefunden wurden. Der 28-Jährige jedoch konnte nicht geortet werden. Das schlechte Wetter zwang die Helfer schlussendlich zum Abbruch der Suchaktion, auch am Montag war die Suche nach dem Deutschen nicht möglich.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz

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